Umarmungen deutscher Bahnhöfe
Am Samstag, 20.10.2007 fanden bundesweit kreative Protestaktionen gegen die Privatisierung der Deutschen Bahn statt
Am Hamburger Bahnhof Dammtor sowie in Köln am HBF versammelten sich jeweils ca 50 AktivistInnen, am Berliner Bahnhof Zoo sogar über 60. Pünktlich um kurz vor 12 formierten sich in den drei deutschen Großstädten bunte Menschenketten, um die Eingänge ihrer Bahnhöfe zu umarmen und damit der Öffentlichkeit ihre „Zu(g)neigung“ zu verdeutlichen. So wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Bevölkerung einen legitimen öffentlichen Besitzanspruch an der Bahn hat und sich diesen auch nicht leichtfertig aus der Hand nehmen lassen will. Um den Protesten weitere Symbolkraft zu verleihen, traten AktivistInnen als private Finanzinvestoren verkleidet auf. Bei dem Versuch sich Eingang in die Bahnhofshallen zu verschaffen, wurden diese von der Menschenkette daran gehindert.
In Köln reichten die Proteste förmlich bis unter die Decke des Bahnhofs. Mit Hilfe unzähliger Luftballons war das große Banner mit der Aufforderung "Zeigt Zu(g)neigung! Umarmt die Bahn!" in die Höhe gestiegen und hatte es sich dort gemütlich gemacht. Die Berliner imponierten den Bahnkunden dagegen mit überdimensional großen "öffentlichen Händen", die sich aktiv daran beteiligten die privaten Finanzinvestoren vom Bahnhof fernzuhalten. Auch in Hamburg fiel die bunte Aktion auf und fand vielfach Zuspruch bei den Passanten. So erkundigte sich beispielsweise eine Frau danach, wie sie sich weiterhin gegen die Privatisierung einsetzen könne und verließ den Ort ausgestattet mit einem Stapel Flyer und Infomaterial.
Die Polizei war präsent und ließ dem friedlichen Geschehen freien Lauf. Lediglich in Köln musste man schließlich ihrer Aufforderung den Bahnhof zu verlassen Folge leisten, nachdem mehrere spontane Polonaisen sich durch die Bahnhofshallen geschlängelt hatten. Alles in allem waren die drei Aktionen ein Erfolg und zudem ein großer Spaß für alle Beteiligten.

