Alternativer Geschäftsbericht der DB AG 2013 von Bahn für Alle, Frühjahr 2014

„Niedrige Fahrpreise!“

"Unsere Preise schonen ihren Geldbeutel!" – so steht es auf vielen Lokomotiven der Deutschen Bahn, und so meldet die DB AG auch hier einen Erfolg der Bahnreform: „Die Entwicklung der Fahrpreise im Fernverkehr der Deutschen Bahn verlief im vergangenen Jahrzehnt im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern, aber auch im Vergleich zu den Nahverkehrsverbünden, unterdurchschnittlich. Während sich die Preise im Straßenverkehr seit 2002 um 23 % und im Luftverkehr um 75 % erhöhten, stiegen die Fahrpreise im DB-Fernverkehr um 15 % und liegen damit knapp unter dem Niveau der allgemeinen Entwicklung der Verbraucherpreise.“

Dreimal falsch: Erstens stiegen Preise im Nah- und im Fernverkehr. Beide stiegen gleich schnell an. Zweitens gab die Konzerntochter DB Regio bislang bei allen Preisrunden im Nahverkehr den Ton an. Drittens stiegen die Fahrpreise der DB (im Fern- und Nahverkehr) seit 2002 und bis Ende 2012 nicht um 22 %, sondern um 36 %. Damit stiegen die Bahnpreise in diesem Zeitraum doppelt so schnell wie die Inflation.

Im Übrigen diskutieren wir über eine 20-Jahres-Bilanz. Zwischen 1994 und 2014 stiegen die Bahnpreise nominell um mindestens 80 Prozent. Abzüglich der Inflation beträgt der Anstieg im Durchschnitt 50 Prozent. In einer Zeit stagnierender Reallöhne haben sich die Bahnpreise um die Hälfte erhöht. Sie stiegen damit deutlich schneller als die Preise im Pkw-Verkehr.

 

 

Alternativer Geschäftsbericht der DB AG 2013

 

Bündnis Bahn für alle