Sesselwärmer-Bahnchef

Richard Lutz wurde am 30. Januar kommissarischer Bahnchef. Er ist ab dem 22. März auch der offizielle Bahnchef. Es handelt sich um eine Verlegenheits- und Übergangslösung. Verlegenheit: Die GroKo-fand niemand mit großem Namen und „Format“, der sich ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl auf den Schleudersitz an der Bahnspitze setzen will. Übergang: Ronald Pofalla, der im Übrigen Lutz als neuen Bahnchef vorschlug, ist der Wunschkandidat der Kanzlerin. Doch er ist aktuell nicht durchsetzbar. Zumal sich die SPD im Aufwind befindet. Bleibt die CDU/CSU im September führende Regierungspartei, dann dürfte Pofalla in Bälde kommen und Lutz zurück ins zweite Glied oder in die Wüste schicken.

Richard Lutz hat in der Vergangenheit alle Privatisierungsvorhaben der Bahn aktiv begleitet. So das Projekt eines Bahnbörsengangs unter Mehdorn 2005-2008 und das Projekt der Teilprivatisierung der DB-Töchter Arriva und Schenker 2015/16. Er ist auch verantwortlich für alle Rationalisierungsprogramme, die es seit 1994 bei der DB AG gab. 2016 argumentierte er, die Trassenpreise müssten eher höher sein als bisher, weil sich das hier angelegte Kapital von mehr als 100 Milliarden Euro (es stammt fast alles vom Bund!) verzinsen müsse. Damit plädierte er für Gebühren, die noch mehr Schienenverkehr verhindern.

 

Alternativer Geschäftsbericht DB AG 2016/17

 

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