Extrablatt 27.10. 2009
Basisinitiative Bahn von unten in TRANSNET. Engagiert im Aktionsbündnis „Bahn für Alle“.


Aufruf an die Spitzengremien von TRANSNET und GDBA:

Einheit für Plan B
und den Abwehrkampf gegen die Zerschlagung und Privatisierung unserer Bahn! Worauf warten wir noch?

In dieser Woche treffen sich in Fulda die Spitzengremien von TRANSNET und GDBA. Dem Vernehmen nach geht es dabei um die weitere organisatorische Zusammenarbeit beider Gewerkschaften bis hin zur Verschmelzung und die Bahnpolitik der neuen Bundesregierung.

Hierzu stellt die TRANSNET-Basisinitiative "Bahn von unten" in einem Appell an die Spitzengremien von TRANSNET und GDBA fest:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die wünschenswerte Einheit aller Eisenbahner kann nicht aus einer Kopfgeburt zur Bewahrung bürokratischer Apparate heraus entstehen. Sie muss von unten wachsen. Einheit ist in erster Linie eine Frage des Inhalts und des Programms und einer kämpferischen Interessenvertretung sowie der Mobilisierung und vollen Einbeziehung der Basis. Einheit ist zudem nur im DGB vorstellbar.

Verschwendet in Fulda nicht die ganze Zeit mit organisatorischen Dingen und der Frage, wer nach einer Verschmelzung der Apparate in welchem hochdotierten Pöstchen landet!

Stellt Euch zu allererst den aktuellen Herausforderungen, die von der künftigen Bundesregierung Merkel-Westerwelle ausgehen. Der neue Koalitionsvertrag ist eine Kampfansage an alle EisenbahnerInnen und alle Gewerkschaften.

CDU/CSU und FDP setzen im Einklang mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie auf ein radikales Trennungsmodell nach britischem Vorbild. Sie wollen - spätestens nach der NRW-Wahl im Mai 2010 - die Bahn weiter stückweise zerschlagen und die Filetstücke einzeln an rendite-hungrige Kapitalgruppen verscherbeln. Dass in Großbritannien inzwischen eine sehr breite Bevölkerungsmehrheit bis weit hinein in das bürgerliche Lager eine Wiedervereinheitlichung und -verstaatlichung des fragmentierten Eisenbahnwesens fordert, ist für die tatendurstigen neoliberalen Hardliner in der Bundesregierung ein Buch mit sieben Siegeln.

Die drohende Zerschlagung der Bahn gefährdet die Zukunft von zigtausend Familien und letztlich auch die Existenz von TRANSNET und GDBA. Da helfen auch höfliche gewerkschaftliche Diplomatie und "Mitgestaltung" nicht weiter.

Jetzt sind konsequente Opposition und Widerstand nötig. Hierzu müssen TRANSNET und GDBA endlich ihre eigenen Beschlüsse ernst nehmen und den Worten Taten folgen lassen.

  • Schon im November 2007 beschlossen TRANSNET-Beirat und GDBA-Bundeshauptvorstand in einer gemeinsamen Sitzung in Fulda als Antwort auf die drohende Zerschlagung die Forderung nach "Plan B": "Plan B bedeutet, der Bund muss alleiniger Eigentümer des gesamten heutigen Unternehmens DB AG bleiben".
  • "Wenn es notwendig wird, werden die Politiker, die die Zerschlagung des Eisenbahnsystems wollen, eben die Verantwortung dafür übernehmen müssen, wenn alle Züge in Deutschland stillstehen, bis solche Absichten beerdigt sind", erklärte der damalige Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen auf dem Gewerkschaftstag 2004 und bekam dafür starken Applaus der Delegierten.

Genau das wird jetzt notwendig. Worauf warten wir noch?


Pressemitteilung unseres Bündnispartners 'Bahn von unten' vom 27.10.09

Bündnis Bahn für alle