Aktionsberichte 2007

21. Dezember 2007: Trauerzug gegen Bahnprivatisierung und Bahnhofsverkauf in Bayreuth

Die ROBIN WOOD-Gruppe Bayreuth informierte und protestierte am Freitag mit einem politischen Filmabend und einem Trauerzug für sterbende Bahnhöfe zu diesem Thema. Fotos und Bericht zur Aktion.

26. Oktober 2007: Aktionen zum SPD-Bundesparteitag in Hamburg

Wir waren im CongressCentrum präsent, in dem der SPD-Parteitag stattfand, und dank aktiver Menschen aus Hamburg jeden Morgen auch davor. Wir konnten die Entscheidungen und Debatten hautnah miterleben und viele Argumente einbringen. Die Aktivistinnen und Aktivisten verteilten tausende Flugblätter an die Sozialdemokraten und führten zig interessante Gespräche geführt.

24. Oktober 2007: In vollen Zügen gegen die Bahn-Privatisierung

Mit Aktionen zivilen Ungehorsams haben Aktive des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac, des Online-Netzwerkes Campact und andere Engagierte aus dem Bündnis "Bahn für Alle" am Mittwoch, 24. Oktober, im ganzen Land über die Folgen der geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn aufgeklärt. Über 80 Gruppen und zahlreiche Einzelpersonen haben sich an der Aktion beteiligt und Regional- und Fernverkehrszüge rund um ihren Ausgangsort besucht.

Dieser bundesweite Aktionstag "In vollen Zügen gegen die Bahn-Privatisierung" war ein großer Erfolg!

Es wurden nicht nur viele tausend Reisende über die Folgen der Bahn- Privatisierung informiert und zum Handeln angeregt - die Signalwirkung, die von solchen breiten Aktionen ausgeht, wird auch bei den Entscheidungsträgern und im Bahn-Management wahrgenommen. Ausgehend von ungefähr 80 Städten hatten im Laufe des Tages Hunderte Aktiver mindestens 20.000 Flugblätter "Ihr Reiseplan" und zusätzliches Material an die Reisenden gebracht.

20. Oktober 2007 Bahnhofsumarmungen in Hamburg, Berlin und Köln

Am Samstag, 20.10.2007 fanden bundesweit kreative Protestaktionen gegen die Privatisierung der Deutschen Bahn statt.

Am Hamburger Bahnhof Dammtor sowie in Köln am HBF versammelten sich jeweils ca 50 AktivistInnen, am Berliner Bahnhof Zoo sogar über 60. Pünktlich um kurz vor 12 formierten sich in den drei deutschen Großstädten bunte Menschenketten, um die Eingänge ihrer Bahnhöfe zu umarmen und damit der Öffentlichkeit ihre „Zu(g)neigung“ zu verdeutlichen. So wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Bevölkerung einen legitimen öffentlichen Besitzanspruch an der Bahn hat und sich diesen auch nicht leichtfertig aus der Hand nehmen lassen will. Um den Protesten weitere Symbolkraft zu verleihen, traten AktivistInnen als private Finanzinvestoren verkleidet auf. Bei dem Versuch sich Eingang in die Bahnhofshallen zu verschaffen, wurden diese von der Menschenkette daran gehindert.

In Köln reichten die Proteste förmlich bis unter die Decke des Bahnhofs. Mit Hilfe unzähliger Luftballons war das große Banner mit der Aufforderung "Zeigt Zu(g)neigung! Umarmt die Bahn!" in die Höhe gestiegen und hatte es sich dort gemütlich gemacht. Die Berliner imponierten den Bahnkunden dagegen mit überdimensional großen "öffentlichen Händen", die sich aktiv daran beteiligten die privaten Finanzinvestoren vom Bahnhof fernzuhalten. Auch in Hamburg fiel die bunte Aktion auf und fand vielfach Zuspruch bei den Passanten. So erkundigte sich beispielsweise eine Frau danach, wie sie sich weiterhin gegen die Privatisierung einsetzen könne und verließ den Ort ausgestattet mit einem Stapel Flyer und Infomaterial.

Die Polizei war präsent und ließ dem friedlichen Geschehen freien Lauf. Lediglich in Köln musste man schließlich ihrer Aufforderung den Bahnhof zu verlassen Folge leisten, nachdem mehrere spontane Polonaisen sich durch die Bahnhofshallen geschlängelt hatten. Alles in allem waren die drei Aktionen ein Erfolg und zudem ein großer Spaß für alle Beteiligten.
 

26. September 2007: "Bahnopoly"-Übergabe an Andrea Nahles im Landtag

Attac Saar: SPD soll Bahnretterin werden.

Auf einer SPD-Veranstaltung für Betriebs- und Personalräte im Saarländischen Landtag sprachen Bahn-AktivistInnen mit Andrea Nahles. Sie überreichten der Bundestagsabgeordneten das neue "Bahnopoly"-Spielfeld, die Filme "Bahn unterm Hammer" und "Wir sind am Zug" sowie die neueste Studie von Winfried Wolf.

Thomas Schulz (Attac-Ratsmitglied) für Attac Saar: "Andrea Nahles ist nicht nur designierte stellvertretende SPD-Bundesvorsitze, sondern seit Jahren schon bekennendes Attac-Mitglied. Wir vertrauen darauf, dass sie mithelfen wird, die Teilprivatisierung der Bahn noch zu verhindern."

Nahles machte den Bahn-AktivistInnen Mut, weil sich bereits elf SPD-Landesverbände ablehnend zu den Teilprivatisierungs-Plänen positioniert hätten. Weitere Beschlüsse auf kommenden Landesparteitagen stünden an. Genoveva Brandenburger ("Bahn von unten") wies im Namen des Bündnisses "Bahn für alle" auf die neue DVD "Wir sind am Zug" hin, eineEigenproduktion des OK Kaiserslautern.

"Nun liegt es in den Händen der SPD-Linken um Andrea Nahles, den Privatisierungsdruck für die Deutsche Bahn endgültig zu stoppen. Deutschland als Transit-Land in Europa braucht keine Rendite-Bahn, sondern eine andere Bahn, eingebettet in ein ökologisches Verkehrs-Konzept, flächendeckend präsent und zu 100 Prozent in öffentlicher Hand", so Genoveva Brandenburger.

"Bahnopoly" ist ein Ausflug in das Jahr 2013: Mit der privatisierten Bahn geht es durch Schwindel-Trassen, Weichenfriedhöfe und Schlummergleise. "Bahnopoly" ist online spielbar (www.bahnopoly.de) und kann zur Information an Abgeordnete gemailt werden.

Hinweis: Da die saarländische CDU den "Offenen Kanal" im Saarland bereits vor Jahren abgewickelt hat, ist der 28 Minuten lange Film (Eigenproduktion des OK Kaiserslautern) im Saarland als DVD momentan nur bei Attac Saar und ab 01.10.2007 auch online auf www.attac-saar.de kostenlos erhältlich.

Bei Spiegel-Online gibt es ein Video mit Szenen der Aktion
 

25. September 2007: PendlerInnen-Aktion in Reutlingen

Wir haben am 25. September 2007 die Pendleraktion im RE von Reutlingen nach Stuttgart durchgeführt. Die Aktion kam uns ziemlich teuer zu stehen (4 Personen EUR72), da Gruppenfahrscheine um zu der Uhrzeit noch nicht möglich waren. Aber was tut man nicht alles, um die Bahn zu retten. Im voll besetzten Zug haben wir 300 Flugblätter verteilt und die dazu gehörigen Aufkleber. Die Flugblätter wurden gern angenommen und auch gelesen, aber nur sehr wenige (2 oder 3) haben sich den Sticker angeklebt. Zum groß Diskutieren war es noch zu früh am Tag. Zwei Fahrgäste haben uns nach unserer Genehmigung gefragt und uns aufgeklärt, dass wir etwas Verbotenes tun. Der Schaffner hat uns zwar zur Kenntnis genommen und auch unsere Fahrkarten kontrolliert, aber ansonsten war es ihm egal. Vor der Abfahrt war der Südwestrundfunk da und hat uns interviewt, über die Aktion wurde im Regionalprogramm berichtet.

19. September 2007

Kletter-AktivistInnen von Robin Wood besetzen den Entlüftungsturm des Berliner Hauptbahnhofes um gegen den Verkauf der bahn zu protestieren.

8. September 2007: Flash Mobs

In den Hauptbahnhöfen vieler deutscher Städte kommt es zu einem privatisierungskritischen Flash Mob.

Das Experiment "Flash Mob" war ein großer Erfolg, sämtliche Ziele wurden erreicht! Zudem war es ziemlich spannend und hat mächtig viel Spaß gemacht, oder? Und wir haben Aktionsgeschichte geschrieben, größter bundesweiter Flash Mob!

Nebenbei: Genau genommen haben wir einen "Smart Mob" fabriziert, da die Aktion mit Inhalt verbunden war.

Wir haben damit den Protest verbreitert, also über das Spektrum der bisherigen Aktionen der Kampagne weitere Leute aus anderen Spektren/Gruppen mobilisiert. Viele Menschen (auch jene, die sonst nicht demonstrieren oder am Infostand stehen würden) haben sich erstmals an einer Aktion gegen Bahnprivatisierung beteiligt. Noch viel mehr sind mit der Aktion und dem Inhalt in Berührung gekommen, weil die Aufruf-Mails zigtausendfach kursierten: In politischen Verteilern, in Familien-Adressbüchern, über Listen, die sonst ganz anderen Zwecken dienen.

Wir haben an den Bahnhöfen viele Reisende erreicht und über die Medien große Resonanz erzielt. Die Lokalzeitungen haben oft sehr ausführlich und mit großen Bildern berichtet. Oft war es die Aktionsform, die das Interesse der Medien geweckt hat. Zugleich kam aber die Botschaft immer klar rüber: Dass es gegen die Bahnprivatisierung geht ("Gegner der Bahnprivatisierung demonstrierten..."). Es wurde dazu auch immer erklärt, wofür die 183=13 steht: "Die Gleichung spielt darauf an, dass die Bundesregierung die Bahn unter Wert privatisieren wolle." (Schwäbische Zeitung), und dass es sich bei den Protestierenden um "Privatisierungsgegner" handelte. Dabei wurde oft das Bündnis als Initiator des Flash Mobs genannt.

Die Schwäbische Zeitung hatte getitelt: "Widerstand gegen Bahnpläne wächst" So sehen wir das auch...

So haben die irritierten Reisenden spätestens im Nachhinein erfahren, worum es ging. Teilweise wurden auch in den Bahnhöfen Flyer verteilt. Polizei und Bahnsicherheitsdienste waren meistens von ihren Chefs informiert und hielten sich zurück – sie wussten, dass sie diese Aktion nur verhindern können, indem sie ganz schlechte Bilder liefern. Sie mussten den Flash Mob also dulden.

Und dies alles mit einer einfachen Aktion, die schnell und ohne viele Kosten und Ressourcen organisiert werden kann.

Von diesen Städten wissen wir sicher, dass Alarm geschlagen wurde gegen die Bahnprivatisierung: Aachen, Augsburg, Bamberg, Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Cottbus, Darmstadt, Dillenburg, Dortmund, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Freiburg, Fulda, Fürstenberg, Gießen, Göttingen, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Heidenheim, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Köln, Konstanz, Krefeld, Leipzig, Mainz, Marburg, München, Münster, Osnabrück, Plauen, Ravensburg, Regensburg, Reutlingen, Rottweil, Stuttgart, Tübingen, Ulm, Wiesbaden.

Hier mehr Rückblick auf den bisher größten Flash Mob in Deutschland:

Unsere Pressemitteilung: http://deinebahn.de/story/65/1965.html

Videos vom Flash Mob:
http://www.youtube.com/watch?v=r2M6TFUOTRE (Bonn, sehr nett gemacht)
http://www.nrhz.de/flyer/media/11452/Bahnflash_dsl.wmv (Köln)
http://de.sevenload.com/videos/sN4oWzY/Flash-Mob-anti-Bahnprivatisierung-HBF-Bln-8-9-07 (Berlin, mehr Souvenir als Dokumentation ;-)

Radiobeitrag für Freie Radios zum Flash Mob: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=18679

Einige Medienberichte:
http://annewill.blog.ndr.de/2007/09/08/mein-erster-flashmob/
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,504621,00.html
http://www.waz.de/waz/waz.dortmund.volltext.php?kennung=on1wrLOWStaDortmund39332&zulieferer=wr&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Dortmund&auftritt=WAZ&dbserver=1
http://www.nordhessische.de/cms/jml/content/view/658/60/
(Noch viel mehr stand in den Lokalzeitungen, die Artikel wurden allerdings oft nicht in die Internetauftritte gestellt.)

Bündnis Bahn für alle