Aktionsberichte 2010

  • 23. März 2010: Widerstand gegen das Megabauprojekt S-21 wächst
  • 16. April 2010: Kunst-Installation gegen S-21
  • 27. September 2010: Aufruf zum Schwabenstreich gegen S-21
  • 12. Dezember 2010: Aktion gegen Bahn-Preiserhöhung


23. März 2010: Widerstand gegen das Megabauprojekt S-21 wächst

An der vergangenen Montagsdemo (22.03.10) nahmen über 4.000 Menschen teil.

Zu der Veranstaltung "Gewaltfreier Widerstand - ziviler Ungehorsam - Wie geht das ?" wurde der geplante Veranstaltungsraum im Forum 3 wegen Überfüllung kurzfristig in das Forum-Cafè verlegt. Tische wurden beiseite geräumt um dem Ansturm von Zuhörern und Mitdiskutanten Raum zu schaffen.

Mindestens 150 Menschen hörten der Referentin Renate Wanie von der "Werkstatt für Gewaltfreie Aktion", Büro Heidelberg konzentriert zu. Nach der knapp halbstündigen Einführung in die Geschichte und Theorie zivilen Ungehorsams kam die Diskussionsrunde aller TeilnehmerInnen mit sehr reger Beteiligung in Gang. Beteiligt hatte sich auch der erfahrene Friedens- und Konfliktforscher Wolfgang Sternstein. Ergebnis des Abends war die unübersehbare Beteiligung in der Vorbereitung an Aktionen des Gewaltfreien Widerstands gegen S-21. Der Widerstand kommt mit vollen Zügen.....

Nächster Termin: am Freitag 16. April
im Cafè Nil, mittlerer Schlossgarten Stuttgart, um 19.00 Uhr,

"Unsere Stadt den Heuschrecken zum Fraß ? Gewaltfreier Widerstand gegen S-21! Wie geht das ?" - informieren - Ideen sammeln - Beispiele geben Mut - diskutieren - Fragen und Antworten - Widerstand planen und vorbereiten.
 

16. April 2010: Kunst-Installation gegen S-21

Am Freitag 16.04.2010 gab es im Mittleren Schlossgarten Stuttgart eine kunstreiche Überraschung. Bekannte und auch weniger bekannte Persönlichkeiten zierten die teilweise über 200 Jahre alten Platanenbäume. Diese Bäume standen schon, als (z.B) Eduard Mörike in Stuttgart unterrichtete. Weitere wie Roald Amundson (Expedition am Südpol), Sitting Bull als er am Little Bighorn ins letzte Gefecht zog, als Queen Victoria das britische Empire führte und weitere.

Die Kunst-Installation gegen Stuttgart 21 wurde von der Künstlerin Kornelia Pfütze angefertigt und in einer gemeinsamen Aktion mit Leuten aus dem S-21 Widerstand in der frühen Nachmittagszeit der Öffentlichkeit nahe gebracht. Ausgerüstet mit Leitern und Befestigungsdraht kletterten die WiderständlerInnen in die Bäume. Presse war eingeladen - die Stuttgarter Zeitung berichtete am Sa.17.04. "Im Schlossgarten wächst der Widerstand".

Eine Vernissage auf ungewohnte Weise, mit einer Abschluss-Rede zur Bedeutung der Kunstaktion und über die Historie. Sekt und Selbstgebackenes ergänzten Widerstand und Geschichte gegen das Projekt Stuttgart 21.

Bilder unter: www.action-stuttgart.de , Seitenlink Aktuell, Kunstinstallation 16.04.

Am frühen Abend fand im Cafè Nil, ebenfalls im mittleren Schlossgarten, eine Veranstaltung von den Parkschützern statt. Zum Thema "Gewaltfreier Widerstand gegen S-21 - wie geht das?" wurde der Film über den Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf / Oberpfalz gezeigt. Der in Stuttgart lebende Friedens- und Konfliktforscher Wolfgang Sternstein berichtete über den erfolgreichen Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk im badischen Wyhl. Im Anschluss diskutierten die etwa 130 VeranstaltungsteilnehmerInnen über Aktions-Ideen unter dem Motto "von der Idee zur Umsetzung".

Die samstägliche Mahnwache im Schlosspark - 14. bis 17.00 Uhr - festgehalten in Bildern unter: www.action-stuttgart.de, Seitenlink Aktuell, Mahnwache 17.04.

von der Attac Regionalgruppe Schorndorf u. Schwäbisch Gmünd

Mehr unter:

S-21? X-tausendmal NEIN http://kopfbahnhof-21.de/
Aktion "gegen Stuttgart 21" http://www.parkschuetzer.de/
Bilder zu aktuellen Aktionen: http://www.action-stuttgart.de/

 

27. September 2010: Aufruf zum Frankfurter Schwabenstreich gegen Stuttgart 21!

Für neue Bahnstrecken in Hessen!

Am Montag, den 27.9.2010 macht die Initiative Frankfurt22, die vor 10 Jahren den Tunnelbahnhof Frankfurt 21 mit verhindert hat, zusammen mit dem Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA) um 17 Uhr 30 einen Frankfurter Schwabenstreich bzw. Hessenhilfe. Wir gehen mit Trillerpfeifen und Trommeln ausgestattet, von der Konstabler Wache zum Frankfurter Hauptbahnhof. Motto: Solidarität mit dem Stuttgarter Kopfbahnhof und seinen Beschützern. Kein Stuttgart 21. Oben bleiben! Gebt das Geld in Bahnstrecken die es brauchen!

Das Milliardengrab Stuttgart 21 verhindert nicht nur Bahninfrastrukturprojekte in Baden-Württemberg, sondern auch in Hessen. So stehen auf der Streichliste von Bahnchef Grube die Modernisierung der Zulaufstrecken zum Frankfurter Hauptbahnhof, inklusive der dringend benötigten Brücke in Niederrad, sowie der Umbau der Strecken am Südbahnhof und in Hanau.

Alles Projekte, die der hessische Verkehrsminister Posch vor knapp 10 Jahren versprochen hat, sie sollten dieses Jahr fertig werden! Nichts ist geschehen!

Der Hauptbahnhof Frankfurt ist in seinem Zulauf nach wie vor überlastet! Zum Teil sind die Strecken eingleisig und kreuzen andere Fahrstraßen mehrfach. Die Fahrt vom Hauptbahnhof über das Stadion, dem meistbefahrene Bahnknoten Deutschlands, findet nach wie vor im Schneckentempo statt.

Was nützen Hochgeschwindigkeitsstrecken, wenn die Zuläufe aus dem vorletzten Jahrhundert stammen, wenn kein Taktverkehr fahrbar ist und wenn Durchbindungen, also Züge die nicht in Frankfurt enden, unmöglich gemacht werden.

Weiter auf der Streichliste steht der Bau der Bahnstrecke nach Mannheim, sowie der Ausbau des Bahnkorridors nach Fulda. Gleichzeitig wird die parallel laufende Autobahn A 66 gerade gebaut!

Während in Stuttgart Milliarden vergraben werden, werden in Deutschland jedes Jahr Hunderte von Bahnkilometern stillgelegt (7000 seit der sogenannten Bahnreform), liegt der Nahverkehr im Argen, sind Züge heillos überlastet, im Fernverkehr Achsen marode, Klimaanlagen kaputt, werden Weichen herausgerissen, Schienen auf Verschleiß gefahren, sind alle Züge immer unpünktlicher und stinkt der Zustand der S-Bahnen in Frankfurt zum Himmel.

Auch fehlt das Geld für Einhausungen wie im Frankfurter Osten, die als Folge von Wahnsinnsprojekten wie dem Kfz-Riederwaldtunnel in Frankfurt notwendig sind!

Kommt also mit einem Krachmacher bewaffnet am Montag den 27.9.2010, um 17 Uhr 30 zur Konstabler Wache/Kurt Schumacher-Straße.

Initiative Frankfurt22, Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA)

12. Dezember 2010: Aktion gegen Bahn-Preiserhöhung

Zum 12.Dez. 2010, an dem die Bahn für den Regionalverkehr die inzwischen schon regelmäßige Fahrpreiserhöhung umgesetzt hat, hat die Göttinger Bahn-für-Alle-Gruppe in Regionalzügen, besonders auf der Fahrt zur Demo gegen S 21 am 11.12. in Stuttgart folgendes Flugblatt verteilt. Die Resonanz der Mitreisenden war durchweg sehr positiv:

Gegen neue Bahn - Preiserhöhungen

Die Preiserhöhungen am 12. Dezember 2010 um bis zu 1,9 % im Regionalverkehr machen das Bahnfahren immer mehr zum Luxus. Dies ist die 8. Erhöhung in 7 Jahren mit einem Anstieg von insgesamt über 34 % . Die Begründungen des Bahnvorstandes sind nicht nachvollziehbar:

  1. Die Energiepreise sind sogar gefallen.

  2. Die Lohnkosten können es nicht sein, denn die Bahn hat 2008/9 bereits einen Vorsteuergewinn von 10% erzielt.

Wohin gehen diese zusätzlichen Einnahmen ?

Das Unternehmen erhöhte die Gehälter des Vorstandes für 2009 um mehr als 20 %.

Die Bahn investiert in weltweite LKW- und Luftfracht-Logistik und in Milliardenteure Groß-Projekte wie Stuttgart 21-Bahnhofsumbau, aber zu wenig in das gesamte Schienennetz. 500 Millionen € sollen in den Bundeshaushalt fließen. Für Fast 3 Mrd. € wurde der britische Konkurrent Arriva gekauft.

Der Bahnbenutzer hat dagegen auch in Zukunft mit Einbußen zu rechnen:

  • Im ICE- Verkehr gibt es weiterhin Verspätungen, Notfallpläne und volle Züge, weil keine notwendigen Reservezüge angeschafft wurden.

  • Ähnliches gilt immer noch für den Berliner S-Bahn–Verkehr.

Der Service wird weiter abgebaut:

  • undurchschaubare Fahrpreise

  • Schließung von Reisezentren (schon 600 seit 1994), Kürzung der Öffnungszeiten

  • Bedienungszuschlag in Reisebüros

  • Automaten statt Beratung, Wegfall der Stationsansagen

  • Fehlende Schienenreparatur führt zu Langsamfahrstellen und maroden Gleisen (der Bundesrechnungshof kritisiert dies bisher vergeblich)

  • Weitere Streckenstillegungen (bereits 14 000 km seit 1994) verwandeln die Flächenbahn immer mehr in eine Renditebahn, die nur noch Zentren verbindet

  • ständiger Verkauf von Bahnhöfen (1400 seit 1994)


Das alles dient immer noch dazu, den Börsengang für Investoren attraktiver zu machen.

Der Bahnbenutzer wünscht sich aber

eine Flächenbahn mit Zeittakt, Vernetzung und modernen, energiesparenden und pünktlichen Zügen mit bezahlbaren, transparenten Fahrpreisen.

Die staatliche Schweizer Bahn SBB macht vor, wie so etwas geht.

Der Verkauf der Bahn an private Investoren muss unbedingt verhindert werden.

weitere Informationen: www.bahn-fuer-alle.de

Bündnis Bahn für Alle - Gruppe Göttingen 

Bündnis Bahn für alle