Europäische Konferenz "Nächster Halt: Bürgerbahn" erfolgreich beendet

Aktion auf der Hohenzollernbrücke erinnert an ICE-Achsbruch der Bahn auf Börsenkurs

Bahn für alle, die GRÜNEN NRW und die britische RMT haben am Sonntag Mittag die Konferenz "Nächster Halt: Bürgerbahn" erfolgreich beendet. "Bahnprivatisierung beginnt und endet nicht an unseren Grenzen. Wir haben diese Wochenende eine erste Grundlage schaffen können für europaweiten Widerstand gegen Bahnprivatisierung." sagte Carl Waßmuth, Bahnexperte und Vertreter von Attac im Bündnis.

Die Tagung zur Zukunft der Bahn in Europa bezog sich dabei auch explizit auf die über 100.000 Menschen, die am Wochenende in Europa gegen die Folge der Krise auf die Straße gegangen waren. Die britische Delegation war direkt von der Kundgebung aus Brüssel angereist, andere Teilnehmer kamen aus Berlin zum Abschluß der Konferenz nach Köln. Die Gewerkschaften hatten bei den Kundgebungen auch den Verbleib wichtiger Dienstleistungen in öffentlicher Verantwortung gefordert. "Dies ist eine Aufforderung an alle Bahngewerkschaften in Europa, gemeinsam gegen die Privatisierung und Liberalisierung des Eisenbahnwesens vorzugehen und die entsprechenden neoliberalen EU-Richtlinien zu bekämpfen. Denn diese Richtlinien liefern den Vorwand für die Privatisierung der Bahnen, geben privaten Schienenmonopolen Auftrieb und verhindern die demokratische Kontrolle", erklärte Hans-Gerd Öfinger von der gewerkschaftlichen Initiative Bahn von unten.

Am Samstag Abend erinnerten die Konferenzteilnehmer mit einer öffentlichen Aktion an die Beinahe-Katastrophe eines ICE-Achsbruchs auf der Hohenzollernbrücke im Juli 2008. An der Stelle, an der 10 Monate zuvor der ICE entgleist war, brachten sie ein Transparent "Vorsicht - Achsbruch!" an. Die Kundgebungsteilnehmer ließen eine nachgebaute ICE-Achse brechen und sanken anschließend zu Boden. Mit der Aktion wurde auf den fatalen Zusammenhang zwischen Privatisierungsbestrebungen und der Vernachlässigung von Sicherheitsaspekten hingewiesen. In Redebeiträgen und auf einem Transparent gedachten die Befürworter einer Bahn in öffentlicher Hand auch der 59 durch Zugunglücke infolge der Bahnprivatisierung in Großbritannien getöteten Menschen sowie der zahlreichen Verletzten.

Im Rahmen der Konferenz wurde eine europäische Erklärung gegen Bahnprivatisierungen und für nachhaltige Transportsysteme verabschiedet. Der Wortlaut der Kölner Erklärung, die von 20 Organisationen aus Deutschland und Europa unterzeichnet wurde.

Bündnis Bahn für alle