Rundbrief 26 - Alternativen entwickeln statt Bahn zerschlagen

Rundbrief Nr. 26 // 6. Dezember 2007

Na so etwas: Es gibt den Entwurf eines Privatisierungsgesetzes im Bundestag, der aber keinen mehr interessiert. Denn ein Mini-Koalitionsausschuss hat diskutiert, wie Bahnprivatisierung ganz anders gehen könnte. Nun wird ein "Holding-Modell" geprüft, mit dem der Transportbereich vom Netzbereich getrennt würde. Das ganze Modell ist in Wirklichkeit nicht neu, sondern ist das Trennungsmodell. Das Trennungsmodell wurde vor einem Jahr nach langem Koalitionsstreit verworfen. In der Folge wurde das kuriose Eigentumssicherungsmodell erfunden.

Holding-Trick 1: Nur Wenige wissen, worum es genau geht. Die Details sind geheim. Das Modell besteht derzeit aus ein paar Sätzen in Pressemeldungen, mehr nicht.

Holding-Trick 2: Dieses Modell ist ohne neues Gesetz und Bundestagsbeschluss umsetzbar. Es benötigt nur die Zustimmung des Aufsichtsrates.

Dabei ist das Modell weder mit dem Bundestagsauftrag vom November 2006 vereinbar noch mit dem SPD-Parteitagsbeschluss vom Oktober 2007. Deshalb hat die Koalition weitere Beratungen abgesagt. Nach Einigungen zu Postmindestlohn und Arbeitslosengeld soll es vor den Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg Anfang 2008 keinen Streit geben.

Im Hintergrund wird selbstverständlich weiter geplant, taktiert, geworben.

Das können wir auch: Wir werden 2008 zum Jahr der Bürgerbahn machen und unser Konzept einer Bahn in öffentlicher Hand offensiv bewerben. Deshalb gibt es erstmal weniger Aktionen, sondern mehr Planen im Hintergrund. Eckpunkte gibt es auch schon.

Mehr dazu in diesem Rundbrief.

Was wir uns zu Weihnachten wünschen: Eine ganz private Modelleisenbahn für Mehdorn, eine Bürgerbahn fürs ganze Land!

Herzliche Grüße

Stefan Diefenbach-Trommer und Oliver Waltenrath

Inhalt:

  1. Bahnhöfe: Eure Lokalpresse ansprechen
  2. DB verkündet tolle Gewinne
  3. Wie geht es weiter - die Bürgerbahn
  4. Viel passiert, neu im Web
  5. Termine
  6. Das Holding-Modell
  7. Die Parteien
  8. Netzwerk Grüner Privatisierungsgegner
  9. Die Kampagne wird wahrgenommen
  10. Auch erfolgreich: Widerstand gegen "Stuttgart 21"
  11. Der Bahnstreik
  12. Material
  13. Präsentation: Rückblick

1. Bahnhöfe: Eure Lokalpresse ansprechen

Wir haben in den vergangenen Monaten zweimal sehr viele Lokalzeitungen im ganzen Land angeschrieben und Hinweise gegeben, wie das Thema Bahnprivatisierung lokal aufbereitet werden kann. Die Deutsche Bahn AG hat darauf übrigens mit einer Beilage in einer Fachzeitschrift für Journalisten sowie mit Beilagen in Regionalzeitungen gekontert.

Sprecht doch mal die Redaktionen bei Euch an, drückt ihnen die Hinweise in die Hand - vielleicht kommt ein interessanter Bericht heraus!

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/presse/lokalredaktionen.php

Ganz aktuell für die Redaktionen: Am vergangenen Dienstag (4. Dezember) hat die DB AG mitgeteilt, dass sie 490 weitere Bahnhofsgebäude verkauft. Alle jetzt verkauften Gebäude seien zuerst den Kommunen zum Kauf angeboten worden. "In allen Fällen hatten die Kommunen von den Kaufoptionen keinen Gebrauch gemacht."

Fragt doch mal bei Euren Bürgermeistern, Fraktionen, Zeitungsredaktionen, was die DB von den Kommunen verlangt hat. Und wie viel die Stadt in den vergangenen Jahren in den Bahnhof investiert hat.

Die Käufer zahlen für 490 Gebäude "einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag". Macht also im Schnitt 100.000 Euro pro Bahnhof. Dazu sollen sie in den nächsten fünf Jahren insgesamt 15 Millionen Euro investieren. Nochmal 30.000 Euro pro Bahnhof, im Schnitt.

Vielleicht gelingt es ja, die eine oder andere Bürgermeisterin vom Zusammenhang zwischen Bahnprivatisierungskurs und Unmöglichkeit für die Kommune, den Bahnhof zu erwerben, zu überzeugen, so dass sie Stellung gegen jede Bahnprivatisierung nimmt.

Wir haben dazu eine Pressemitteilung verschickt.

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/18/2518.html

Daraufhin haben viele Redaktionen angerufen und gefragt, ob der örtliche Bahnhof auch dabei ist. Wir wissen es nicht, aber die Pressestelle der DB Station&Service AG wahrscheinlich:

Sprecherin Personenbahnhöfe

Gabriele Schlott
Telefon 030 297-68141
Fax 030 297-68148
Mail gabriele.schlott@bahn.de

Regionale Presse-Ansprechpartner der DB stehen hier:

http://www.db.de/site/bahn/de/unternehmen/presse/ansprechpartner__regional/uebersichtregional.html

2. DB verkündet tolle Gewinne

Die DB kündigt an, ihr Betriebsergebnis 2007 auf rund 1,6 Milliarden Euro zu steigern. Das wären 400 Millionen mehr als im vergangenen Jahr, 250 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

In der Sparte Infrastruktur und Dienstleistungen würde sich der Umsatz um 12,6 Prozent (126 Millionen Euro) auf 1,1 Milliarden Euro erhöhen. Nach Angaben von Infrastrukturvorstand Stefan Garber wird die Konzerntochter DB Netz erstmals schwarze Zahlen schreiben.

Wie kommt es? Zum Beispiel durch Bahnhofsverkäufe. Zum Beispiel durch die Erhöhung der Stationspreise der DB Station&Service AG um durchschnittlich zwei Prozent, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr beklagt.

Bis 2012 soll das Betriebsergebnis nach Zinsen auf mehr als zwei Milliarden Euro steigen. Mit einer Teilprivatisierung sei der Gewinn noch besser zu steigern, verlautet aus der Bahn.

Was meint die DB damit? Zum Beispiel den Kauf der britischen Eisenbahngesellschaft Chiltern Railways, den sie nach Zeitungsberichten plant. Das DB-Management könne so mehr Gewinn machen: Privatisierte ausländische Märkte versprächen im Schienenpersonenverkehr Wachstumsperspektiven, die das Unternehmen im Inland nicht habe. Nanu.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/6/146665/

http://www.n-tv.de/889323.html

3. Wie geht es weiter - die Bürgerbahn

Wir sind nicht nur Nein-Sager. Im März 2007 haben wir eine Resolution zur Bahn der Zukunft veröffentlicht. Und es gibt noch weitere Dokumente dazu.

Professor Dr. Wolfgang Hesse von der Universität Marburg hat kürzlich in einem Vortrag das Konzept "BB 2020" entworfen - Bürger-Bahn oder Bessere Bahn bis zum Jahr 2020 erreichen! Er orientiert sich am Schweizer Programm "Bahn 2000" und überträgt dies auf die Bunderepublik.

Die Folien zu diesem Vortrag als PDF und weitere Dokumente stehen hier:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/forderungen.php

Zur besseren Bahn und den Privatisierungsalternativen könnt Ihr auf DeineBahn.de mitdiskutieren:

Wie kann die Deutsche Bahn sich für europäischen Verkehr aufstellen?

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/scr/discussion_comment/index/2417

Was bringt eine Trennung von Schiene und Betrieb?

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/scr/discussion_comment/index/2505

4. Viel passiert, neu im Web

Wichtige Ereignisse zur Bahnprivatisierung der vergangenen Wochen haben wir auf bahn-fuer-alle.de nachgetragen:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/politische-entwicklung.php

Zu den meisten Ereignissen gibt es auch weiterführende Links, etwa zum Wortlaut der bejubelten Rede von Peter Conradi an den SPD-Parteitag:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/politische-entwicklung/conradi-rede.php

Auch neu auf www.bahn-fuer-alle.de:

Professor Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack untersucht, wofür die DB AG das Geld tatsächlich ausgibt und in welchen Bereichen diese Investitionen fehlen.

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/argumente/positionen-und-argumente/braucht-die-db-ag-privates-kapital.php

Musik gegen Bahnprivatisierung steht ein bisschen hier:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/aktionen-planen/liedgut.php

Das kann noch mehr werden - schickt Eure Töne und Texte an:
webteam@bahn-fuer-alle.de

5. Termine

Eigentlich wollten die Koalitionäre am 10. Dezember beraten, wie es weitergeht mit der Bahnprivatisierung. Der Termin ist abgesagt - weil keine Einigung zu erwarten war, weil das Holding-Modell noch gar nicht geprüft vorliegt oder eine Mischung daraus; genau wissen es nur Frau Merkel und Herr Beck.

Union und SPD wollen das heiße Eisen Bahnprivatisierung erst wieder nach den nächsten Wahlen anfassen:

  • 27. Januar: Landtagswahlen Hessen, Niedersachsen
  • 24. Februar: Bürgerschaftswahl Hamburg
  • 2. März: Kommunalwahlen Bayern

Weitere Entscheidungstermine stehen hier:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/termine/zeitplan.php

6. Das Holding-Modell

Erstmals in die Öffentlichkeit kam dieses Modell Anfang November nach dem Treffen einer Koalitionsarbeitsgruppe inklusive Vorstandsmitgliedern der DB AG. Faktisch geht es um die Trennung von Transport und Betrieb unter der Holding DB AG. An der Unterholding Transport/Verkehr könnten Teile verkauft werden - die Einnahmen würden direkt an die DB AG gehen. So wie bei den Verkäufen der vergangenen Monate: Scanlines, Aurelis...

Ein Bahn-Fakten-Blatt zu den Gefahren einer Trennung wird voraussichtlich kommende Woche fertig. Hier Links zu vorhandenen Bewertungen:

So sieht das Holding-Modell aus - eine Grafik aus dem Handelsblatt:

http://www.handelsblatt.com/News/ShowPic.aspx?l=1&_b=1350436&img=1561099&_t=spclips&_p=0&pic_width=765&pic_height=507

Unsere Pressemitteilung vom 12 November:

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/54/2454.html

Erläuterung zum Holding-Modell:

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/59/2459.html

Aus der SPD stammt eine Analyse, nach der das Holding-Modell mit dem Parteitagsbeschluss vom 27. Oktober unvereinbar ist. Der Wunsch nach dem Ausschluss des Einflusses Privater gelte für alle Unternehmensbereiche. Die Analyse stellt die Eckpunkte des Holding-Modells dar.
PDF, 460 kB

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/download/spd-holdingmodell_november-2007.pdf

In der FDP-Bundestagsfraktion wurde das Holding-Modell untersucht mit dem Ergebnis, dass es sich um die gewünschte Privatisierung ohne Netz handele. Wobei die Liberalen auch feststellen, dass das Grundgesetz keine Privatisierung fordert. Zudem wird die Rolle und Lage der Gewerkschaft Transnet betrachtet.
PDF, 48 kB

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/download/fdp-holdingmodell_07-11-15.pdf

Winfried Wolf zeigt in seiner Analyse, dass das Holding-Modell bereits im Primon-Gutachten als Trennung von Transport und Schiene vorgestellt wurde. Die Gutachter erwarteten dabei einen Rückgang im Fern- und im Nahverkehr. Die Analyse zeigt an sieben "Todsünden" die Gefahren einer Trennung auf.
PDF, 131 kB

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/download/trennungsmodell-7-todsuenden_ww_07-12-03.pdf

Der Beirat der Gewerkschaft Transnet und der Hauptvorstand der Verkehrsgewerkschaft GDBA nahmen am 13. November 2007 zum Holding-Modell Stellung und fordern den Verbleib der DB AG im Bundesbesitz.
PDF, 84 kB

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/download/07-11-13_transnet_gdba.pdf

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/57/2457.html

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG billigt in seiner Sitzung am 15. November 2007 - darin seien sich alle Aufsichtsrats-Mitglieder einig, also auch die der Arbeitnehmer-Bank, heißt es in einer DB-Pressemitteilung.
PDF, 17 kB

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/download/db-presseinfo-holdingmodell_07-11-15.pdf

Widersprüchliche Zitate aus der Koalition auf dem Weg zum Holding-Modell:

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/59/2459.html

Abstimmung auf DeineBahn.de zur Trennung von Netz und Betrieb:

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/scr/poll/center/6

Die Werber für verschiedene Modelle der Bahnprivatisierung haben ganz verschiedene Interessen. Wer will was?

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/channel/7.html

Diesen Text hatten wir bereits mit dem DeineBahn-Newsletter verschickt und wurden mehrfach gefragt: Warum fehlt die Linkspartei hier? Vor allem deshalb, weil der Text sich mit den Betreibern der Bahnprivatisierung beschäftigt. Die Linkspartei ist die einzige im Bundestag vertretene Partei, die die Privatisierung klar ablehnt.

7. Die Parteien

Nachtrag zum SPD-Parteitag: Die Rede von Peter Conradi im Wortlaut.

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/politische-entwicklung/conradi-rede.php

Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen forderte am 24./25. November ein Privatisierungs-Moratorium, spricht sich aber auch für Wettbewerb auf dem Gleis aus.

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/04/2504.html

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/politische-entwicklung/buendnis-90die-gruenen-beschliessen-schiene-staerken-statt-verscherbeln.php

Der CDU-Parteitag am 3./4. Dezember beschließt zum Bahnverkehr: Nichts. Kein Antrag zum Thema, kein Satz dazu im fast einstimmig abgesegneten Grundsatzprogramm.

Bahnprivatisierung in der Haushaltsdebatte des Bundestages: FDP, CDU und Linke fordern die Trennung von Netz und Betrieb.

http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/09/2509.html

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/hintergrund/politische-entwicklung/bahnprivatisierung-in-der-haushaltsdebatte.php

8. Netzwerk Grüner Privatisierungsgegner

Die Grüne Jugend ist zwar bereits seit Anfang 2007 im Bündnis "Bahn für Alle", doch die Mutterpartei Bündnis 90/Die Grünen hat gerade wieder ihren Kurs bestätigt: Wettbewerb auf der Schiene als Allheilmittel. Der Beschluss der Bundesdelegiertenkonferenz ist ein Glaubensbekenntnis an die Mechanismen des Marktes, die dazu führen sollen, dem System Schiene zu einer Renaissance zu verhelfen.

Doch es gibt auch viele Grüne, besonders KommunalpolitikerInnen, die diesen Glauben nicht teilen. Die eine öffentliche Bürgerbahn nach Schweizer Vorbild wünschen und gerne eine entsprechende Vision gestalten wollen.

Diese Grünen Privatisierungsgegner könnten sich vernetzen - zunächst, um sich zu finden und miteinander in Kontakt zu treten. Mathias Venus (Stadtvorstand der Grünen in Göttingen) sammelt die Kontakte - und sei es nur um zu sehen, wie viele Grüne sich überhaupt eine andere Art der bahnpolitischen Gestaltung in unserem Land vorstellen können als es die offizielle Parteilinie vorgegeben hat.

Grüne PrivatisierungskritikerInnen und Bürgerbahn-AnhängerInnen, bitte meldet Euch bei:

Mathias Venus
Telefon 0551 / 306 64 68
mathiasvenus@gmx.net

Vielleicht können die Änderungsanträge aus Konstanz zu einer Grundlage des Netzwerkes werden:

http://www.gruene.de/cms/partei/dok/205/205600.aenderungsantrag_zu_v18.htm

http://www.gruene.de/cms/partei/dok/205/205594.aenderungsantrag_zu_v18.htm

http://www.gruene.de/cms/partei/dok/205/205618.aenderungsantrag_zu_v18.htm

9. Die Kampagne wird wahrgenommen

Mit der beharrlichen Arbeit seit dem Frühjahr 2006 ist es "Bahn für Alle" und den vielen Aktiven vor Ort gelungen, das Thema Bahnprivatisierung in die Öffentlichkeit zu bringen, drängende Fragen aufzuwerfen, die Entscheidung zu verzögern und schließlich einen Beschluss der SPD herbeizuführen.

Das sagen nicht nur wir selbst - das schreiben Zeitungen über "Bahn für Alle". Den Beschluss des SPD-Parteitags haben vor allem Korrespondenten aus anderen Ländern zum Anlass genommen, einen Blick auf den gesamten Privatisierungsprozess der Bahn zu werfen, und dabei sind sie auf unser Bündnis gestoßen.

Berichte über "Bahn für Alle" sind unter anderem erschienen in der Stuttgarter Zeitung, der Basler Zeitung und der russischen Zeitschrift "Expert". Journalisten aus Frankreich und Großbritannien haben sich über die Arbeit dieser Kampagne berichten lassen.

Wer russisch lesen kann, findet einen umfassenden Überblick über den Streit um die Bahnprivatisierung und unsere Arbeit hier:

http://expert.ru/printissues/expert/2007/40/opazdyvayuzhie_zheleznie_dorogi/

Einen informativen und amüsanten Rückblick auf anderthalb Jahre Kampagnenarbeit, viele, viele Aktionen und die politische Entwicklung gibt eine 20-minütige Präsentation von Bernhard Knierim und Stephanie Handtmann.

Diese Präsentation kann gerne aus dem Netz geladen und vor Ort verwendet werden. Hier zu finden:

http://www.bahn-fuer-alle.de/media/bfa-praesentation.zip

Die Datei ist fast 11 Megabyte groß - mit ISDN lädt das fast eine halbe Stunde. In der Zip-Datei ist eine Erläuterung als PDF-Datei, in der steht, wie die Präsentation (ppt-Datei) gezeigt weden kann.die Präsentation (ppt-Datei). In der PDF steht ein weiterer der Link, um die Filme zur Präsentation nachzuladen.

Noch mehr Berichte:

Deutschlandradio vom 15.11., Interview mit Hans-Gerd Öfinger (Bahn von unten):

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/696514/

taz vom 30.11. mit einer Bilanz des SPD-Parteitags und einer Stimme von uns:

http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&dig=2007%2F10%2F30%2Fa0044&src=GI&cHash=57b02a9c45

AFP-Meldung vom 29.10. mit einem Bündnis-Satz ganz am Schluss.

http://afp.google.com/article/ALeqM5gWZrAm9zQhq-T7z5z6ZoEb_fptUA

Die Welt erwähnt uns gleich zweimal im Zusammenhang mit dem SPD-Parteitag:
Am 29. Oktober:
"Auf Stelzen umhermarschierende, als Schaffner und Zugrangierer verkleidete Bürger forderten: "Bahn für alle." Sie wandten sich gegen die von dem Parteitag unter Vorbehalt beschlossene Teilprivatisierung der Bahn."

http://www.welt.de/welt_print/article1308192/Zum_Schluss_dankte_Parteichef_Beck_einfach_mal_allen.html

Am 28. Oktober:
"Auf den Tischen vieler Delegierter liegen Flyer des Bündnisses "Bahn für alle", in der Anmutung eines Fahrplans und mit dem Aufdruck "Stoppt die Börsenbahn"."

http://www.welt.de/wams_print/article1305141/Die_SPD_darf_wieder_links_sein.html

Angela Merkel in der Bildzeitung:

Bild: ... die Bahnprivatisierung ist gescheitert – oder?
Merkel: Wir prüfen neue Modelle, die Bahn in Teilen zu
privatisieren...

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/21/merkel-angela/erreichte-verspielen,geo=3013136.html

10. Auch erfolgreich: Widerstand gegen "Stuttgart 21"

Das Bürgerbegehren gegen "Stuttgart 21" geht in die nächste Runde. In nur knapp sechs Wochen hat das Bündnis gegen den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof 67.000 Unterschriften gegen das Milliardengrab gesammelt. Dem müsste nun als nächstes ein Bürgerentscheid folgen.

Das Projekt "Stuttgart 21" dagegen sieht die Umwandlung des bisherigen Kopfbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof und eine Neuordnung des gesamten Bahnknotenpunkts Stuttgart vor. Dafür sollen mindestens 2,8 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Eine der Initiatoren, Sabine Lacher vom Fahrgastverband ProBahn, sagt: "Die Anbindung an den Europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr und Verbesserungen im Regionalverkehr sind mit dem Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 besser machbar."

http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?H=N&Nr=16943

11. Der Bahnstreik

Die Bahn war in den vergangenen Wochen in den Medien fast täglich präsent - mit dem Thema Streik, GDL, Tarifverhandlungen. Und warum sagt "Bahn für Alle" nichts dazu? Entschuldigung, wir haben es versäumt, Euch dazu mitzuteilen, warum wir keine Position beziehen.

Der Streik war kein Streik gegen die Bahnprivatisierung, sondern ein Tarifkonflikt, wie er im Prinzip auch zwischen öffentlicher Bahn und Angestellten bzw. Gewerkschaften vorkommt. Tarifkonflikte und die Frage des Machtverhältnisses zwischen Eigentümern und Angestellten gehört nicht zu den Themen, wegen denen unser Bündnis "Bahn für Alle" besteht.

Natürlich gibt es einige Verbindungen zwischen diesem Tarifkonflikt und der Bahnprivatisierung. Die reichen uns aber nicht, um den Streik als eine Aktion gegen die Bahnprivatisierung zu behandeln. Besonders deshalb nicht, da die GDL selbst die Bahnprivatisierung nicht grundsätzlich ablehnt. Eine Trennung von Betrieb und Netz kommt für die GDL in Frage - für uns nicht.

Ausführlich steht die Stellungnahme von "Bahn für Alle" hier:

http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/argumente/positionen-und-argumente/gdl-position-konsens.php

Ihr habt es wahrscheinlich in der Zeitung gelesen - DB und GDL verhandeln wieder. Aus deren gemeinsamer Erklärung:

"Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn AG beschließen die Schaffung eines eigenständigen Tarifvertrags für Lokomotivführer auf Basis des Moderationsergebnisses vom 27. August 2007. Sie werden unverzüglich Tarifverhandlungen über Zeit und Geld beginnen und im Januar 2008 zum Abschluss bringen."

12. Material

Für den Weihnachtstisch oder für die nächste Aktion - aktuell gibt es im Webshop diese Materialien zur Bahnkampagne:

  • Faltblatt Ihr Reiseplan: Höchste Eisenbahn - Stoppt die Börsenbahn (320.000-fach verteilt, neueste Auflage: November)
  • Blitzinfo Bahnprivatisierung
  • DVD: Bahn unterm Hammer (15 Euro)
  • Buch: In den letzten Zügen - Bürgerbahn statt Börsenwahn (6,50 Euro)
  • Broschüre: Bahnprivatisierung in Deutschland und international (3 Euro)
  • Bahnopoly-Material
  • Attac-Aktionspaket zur Bahnprivatisierung (1,50 Euro, nur noch geringe Mengen verfügbar!)

http://www.attac.de/

Außerdem möchten wir Euch das neue Buch von Winfried Wolf empfehlen: "Verkehr. Umwelt. Klima. Globalisierung des Tempowahns". Auf 500 Seiten zeichnet Winfried Wolf die Geschichte des Verkehrs seit der Industrialisierung nach und plädiert für eine andere Verkehrspolitik. Der seit 250 Jahren ständig beschleunigte Transport, die pro Mensch und pro Ware zurückgelegten Kilometer müssten reduziert werden.

Das Buch behandelt die "Erste Globalisierung im 19. Jahrhundert", natürlich auch durch die Eisenbahn, im zweiten Teil den "aufhaltsamen Aufstieg des Automobils", im dritten Teil "Globalisierung und Verkehr 1950 bis 2005" (darin auch die Analyse von Bahnprivatisierungen weltweit, die in der oben genannten Broschüre enthalten ist) und schließlich "Struktur und Kosten der Autogesellschaft" sowie "Letzte Ausfahrt Zukunft - Perspektive und Alternative".

Das Buch ist die völlig überarbeitete Neuauflage von "Eisenbahn und Autowahn" von 1986.

Leider nicht im Webshop zu haben - aber in jedem Buchladen.

13. Präsentation Rückblick

Einen informativen und amüsanten Rückblick auf anderthalb Jahre Kampagnenarbeit, viele, viele Aktionen und die politische Entwicklung gibt eine 20-minütige Präsentation von Bernhard Knierim und Stephanie Handtmann.

Diese Präsentation kann gerne aus dem Netz geladen und vor Ort verwendet werden. Download

Die Datei ist fast 11 Megabyte groß - mit ISDN lädt das fast eine halbe Stunde. In der Zip-Datei ist eine Erläuterung als PDF-Datei, in der steht, wie die Präsentation (ppt-Datei) gezeigt weden kann.die Präsentation (ppt-Datei). In der PDF steht ein weiterer der Link, um die Filme zur Präsentation nachzuladen.

Bündnis Bahn für alle