Rundbrief Nr. 6 // 02. Juli 2006
Stoppt den Ausverkauf der Bahn - Bahn für Alle

Liebe Bahn-Interessierte,

der Kampagnen-Rundbrief richtet sich diesmal besonders an diejenigen, die in irgendeiner Form gegen den Ausverkauf der Bahn aktiv sind oder es vielleicht werden wollen. Bitte leitet ihn auch an alle potentiell Aktiven weiter. Und weil es diesmal viel zu lesen gibt über den aktuellen Stand von Aktionsplanung und Material, halten wir das Vorwort hiermit schön kurz.
 

Es grüßen herzlich

Chris Methmann und Erasmus Müller
für das Team von "Bahn für Alle"

 
Inhalt:

  1. Aktionswoche 22. - 29. Juli

  2. Sommerakademie und Aktionstag

  3. Überblick Kampagnenmaterial

  4. Bündnis-Spendenkonto und Sammlung für Anzeigen

  5. Übersicht Mailinglisten

  6. Was verbirgt sich hinter dem "Eigentumsmodell"?


 

 


1. Aktionswoche 22. - 29. Juli



Vom 22.-29. Juli wird "Bahn für Alle" eine große bundesweite Aktionswoche veranstalten. Von Samstag bis Samstag werden Gruppen in ganz Deutschland ihre Aktionen und Proteste gegen den Ausverkauf der Bahn auf die Straße und an die Bahnhöfe bringen. Mit Unterstützung zentraler Medienarbeit soll unser Widerstand gegen die Verramschung des öffentlichen Gutes Bahn eine große Zahl Menschen sowie die lokale und überregionale Presse erreichen.

Damit die Aktionswoche ein Erfolg wird, braucht die Kampagne so viele aktive örtliche Gruppen wie möglich. Egal ob Attac, Bahn von unten, BUND, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Naturfreunde, Robin Wood, UMKEHR e.V., ein anderer Verband, eine bunte Mischung daraus, oder einfach Privatpersonen, die sich gegen den drohenden Verlust der Bahn zusammentun - merkt Euch das Datum vor und beginnt mit der Planung für Eure Aktionen!

Wenn Ihr mitmachen wollt, aber nicht wisst, an wen Ihr Euch vor Ort wenden könnt, schreibt eine Mail an info@bahn-fuer-alle.de oder ruft an unter 069/900 281 40. Es gibt bereits jetzt eine Reihe von Regionalgruppen, die gegen die Börsenbahn mobil machen. Augsburg, Berlin, Hamburg, Heidelberg, Konstanz, Lindau, Mainz, München, Münster, Pulheim, Rüsselsheim, Saarbrücken und viele weitere Orte werden Ende Juli auf der Straße und in der Presse unseren Einsatz für eine menschenfreundliche öffentliche Bahn zu Gesicht bekommen.

Schickt Eure Planungen am besten mit entsprechendem Betreff über die Mailingliste bahn@listen.attac.de, damit andere Aktive sich Euch anschließen oder von Euren Ideen inspirieren lassen können. Und auf der Website www.bahn-fuer-alle.de veröffentlichen wir gerne Eure Termine in der Rubrik "Veranstaltungen".
 


2. Sommerakademie und Aktionstag



Auf der Attac Sommerakademie vom 4.-9. August in Karlsruhe wird es neben vielen spannenden Themen unter anderem folgende Workshops zu Bahn und Privatisierung geben:

  • "Privatisierung, Wiederaneignung, Partizipation"
    Referenten: Klaus-Rainer Rupp, Thomas Barth, Werner Rügemer
    Sa 5.8. - Di 8.8. 09:30 - 12:30 Uhr

  • "Bürgerbahn statt Börsenbahn - Einführung in die Bahnkampagne"
    Referent: Markus Kirch
    So 6.8. 14:30 - 16:00 Uhr

  • "Die Eisenbahnen im Spannungsverhältnis privat - öffentlich"
    Referent: Winfried Wolf
    Mo 7.8. - Di 8.8. 09:30 - 12:30 Uhr

  • "Public Private Partnerships auf dem Prüfstand - Chance für demokratische Kontrolle oder Privatisierung von Staatsaufgaben?"
    ReferentInnen: Uwe Hoering, Bernd Köhler, Lena Partzsch, Werner Rügemer
    Mo 7.8. 14:30 - 18:00 Uhr

Zum Abschluss der Sommerakademie werden wir mit allen TeilnehmerInnen im Rahmen der Bahnkampagne eine große Aktion veranstalten. Gleichzeitig werden wir deutschlandweit zu Anti-Bahnprivatisierungs- Protesten aufrufen. Durch die Bündelung vieler Veranstaltungen auf einen Tag wollen wir auch hier wieder das bundesweite Medienecho erhöhen.
 


3. Überblick Kampagnenmaterial


 
Eine umfassende Auflistung des fertigen und des noch in der Mache befindlichen Kampagnenmaterials. Wir entschuldigen uns, dass einige der Materialien etwas später als ursprünglich gedacht fertig werden. Fast alles ist jedoch rechtzeitig zur Aktionswoche erhältlich.

  • FLUGBLÄTTER, AUFKLEBER, PLAKATE, LUFTBALLONS, TRILLERPFEIFEN - die Standardausrüstung für Aktion und Infostand
    verfügbar ab Mitte Juli im Attac Webshop

  • KAMPAGNENBUCH "IN DEN LETZTEN ZÜGEN" Attac Basistext zur Bahnprivatisierung, ca. 100 Seiten
    verfügbar ab Ende Juli im Attac Webshop

  • UNTERSCHRIFTENLISTE immer und überall für die Kampagne einsetzbar
    herunterladbar unter "Material"

  • AKTIONSREADER das Kompendium für AktivistInnen: Tipps und Anregungen
    herunterladbar unter "Material"

  • DRUCKVORLAGEN FÜR T-SHIRTS - kann jede/r günstig im Copy-Shop auf alte T-Shirts drucken lassen
    verfügbar ab Mitte Juli unter "Material"

  • KAMPAGNENLOGO UND HEUSCHRECKENBILD für selbstgemachtes Material, Websites, Briefe, ...
    herunterladbar unter "Material"

  • "PRIVAT"-ETIKETTEN UND -AUSHÄNGE zum Bekleben von allem, was privat werden könnte
    herunterladbar unter "Material"

  • FLUGBLATT-VORLAGEN als Fundgrube bis zur Fertigstellung des Kampagnenflugblatts
    herunterladbar unter "Material"

  • BANNER "STOPPT DEN AUSVERKAUF DER BAHN" das 4,00m x 1,60m Banner der Kampagne
    ausleihbar gegen Portokosten unter 069/900 281 40

  • MAILOMAT per Mausklick eine Mail an den Bundestag senden
    ab Mitte Juli auf www.bahn-fuer-alle.de

Wenn Ihr selbst Material erstellt, das Ihr anderen Gruppen zur Verfügung stellen wollt, schickt einfach eine Kopie an webmaster@bahn-fuer-alle.de.
 


4. Bündnis-Spendenkonto und Sammlung für Anzeigen


 
"Bahn für Alle" hat nun ein eigenes Spendenkonto:

 

Inhaber: Attac Trägerverein e.V.
Konto: 6007726102
BLZ: 43060967
GLS Gemeinschaftsbank

Nicht irritieren lassen: Attac ist als eingetragener Verein zwar der offizielle Inhaber, aber alle Spenden auf dieses Konto gehen an die ganze Bahnkampagne. Und sind natürlich steuerlich absetzbar.

Wir planen, im Spätsommer Zeitungs-Anzeigen gegen den skandalösen Ausverkauf der Bahn zu schalten. Dafür beginnen wir nun mit der Sammlung von Geld. Bitte überlegt, ob Ihr im Bekanntenkreis oder in der Verwandtschaft Menschen wisst, die Geld für diesen konkreten Zweck spenden würden (z.B. überzeugte BahnfahrerInnen, die ein paar Euro übrig haben, oder Leute, die nicht noch vollere Straßen wollen), und sprecht sie persönlich an. Für nähere Informationen könnt Ihr sie auch gerne an uns weiterverweisen (Ansprechpartner: Hendrik Auhagen, 07531/99 10 10; Erasmus Müller, 069/900 281 40).

Ein (wie wir finden) gutes Argument: Eine einmalige Spende heute von 100 Euro kann dazu führen, viel Ärger mit der Bahn und Tausende Euro persönliche Mehrausgaben in den nächsten Jahrzehnten zu vermeiden. Und ein Horror-Verkehrssystem abzuwenden, in dem schließlich jede/r ein eigenes Auto haben muss. Das Beispiel USA - früher DAS Eisenbahnland - ist nicht aus der Luft gegriffen.
 


5. Übersicht Mailinglisten


 
Kommunikation ist ein verwirrendes Geschäft.  :-)  Daher auf vielfachen Wunsch eine vollständige Aufzählung der verschiedenen Mailinglisten der Kampagne:

  • bahn-koord@listen.attac.de
    bundesweites Koordinierungs-Team des Kampagnen-Bündnisses
    Anfragen an das Bündnis-KoTeam an diese Adresse schicken

Die einzelnen Bündnispartner haben gegebenenfalls eigene Mailinglisten für ihren Teil der Bahn-Kampagne. So zum Beispiel Attac:

Jeder Ort / jede Region kann gerne eine eigene Kampagnen-Mailingliste aufsetzen. So bereits geschehen in Berlin:

Anfragen für eigene Bahn-Mailinglisten an info@bahn-fuer-alle.de.

Übrigens: Nicht verwirren lassen vom "attac" in den Adressen. Attac hat die Mailinglisten zwar aufgesetzt, aber bis auf bahn-attac handelt es sich natürlich um Verteiler für das ganze Bündnis.
 


6. Was verbirgt sich hinter dem "Eigentumsmodell"?


 
Zum guten Schluss eine Analyse der jüngeren bahnpolitischen Entwicklung:

Seit einigen Tagen präsentiert die Große Koalition das "Eigentumsmodell" als mögliche konkrete Form der Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Diese Privatisierungsvariante soll es (fast) allen recht machen: Das Netz bleibt staatlich - also angeblich keine "irreversible Entscheidung". Der Transport ist zwar weitgehend privatisiert, doch es gibt eine Art "Generalvertrag", mit der die DB AG für die Bewirtschaftung des Netzes verantwortlich bleibt - also angeblich keine Zerschlagung des Konzerns.

Ist damit also allen gedient? Das Gegenteil ist der Fall: In der Praxis wird sich das Eigentumsmodell kaum von der Totalprivatisierung des integrierten Unternehmens unterscheiden. Zudem wird der Kernbereich dessen, was in die Hände der privaten Investoren gelangt, erneut auf Kosten der Allgemeinheit entschuldet. Und die entscheidende Frage, "Warum überhaupt privatisieren?", wird weiterhin ausgeblendet.

Das Eigentumsmodell ist somit der gefährliche Versuch, die Totalprivatisierung schnell und ohne größeren Widerstand durch die Hintertür über die Bühne zu bringen. "Bahn für Alle" wird jedoch weiterhin entschlossen gegen jede Form des Ausverkaufs der Bahn mobilisieren.

Detaillierte Analyse (pdf / 18 KB) Kurzfassung 

Detaillierte Analyse (pdf / 30 KB) Langfassung
 


Spenden für die Kampagne an:

Attac Trägerverein e.V., Konto 6007726102, GLS Gemeinschaftsbank, BLZ 43060967


Bündnis Bahn für alle