Neuseeland verstaatlicht seine Bahn wieder

Verfallene Infrastruktur, Ärger mit dem Schienennetz: Die neuseeländische Regierung hat genug und kauft die 1993 privatisierte Bahn wieder zurück. Die Deutsche Bahn warnt vor voreiligen Schlüssen in der hiesigen Privatisierungsdebatte.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,551461,00.html


Pressemeldung aus der Basler Zeitung vom 05.05.08:
Neuseeland kauft privatisierte Bahn wieder zurück Wellington. ap/baz. Die neuseeländische Regierung kauft für 665 Million Neuseeländische Dollar (336 Millionen Euro) die privatisierte Bahn wieder von der australischen Firma Toll Holdings zurück. Das gab Finanzminister Michael Cullen am Montag bekannt. Dies sei der beste Weg für notwendige Investitionen in diesem Bereich, erklärte Cullen. «Der Verkauf der staatlichen Bahn zu Beginn der 90er Jahre und der danach folgende Niedergang des Vermögens war eine schmerzliche Lektion für Neuseeland», erklärte der Minister.

Die staatliche neuseeländische Bahn wurde 1993 für 400 Millionen Neuseeländische Dollar (202 Millionen Euro) an private Investoren verkauft, 2003 erwarb die australische Toll Holdings eine Mehrheit. Es habe sich gezeigt, dass es äusserst schwierig ist, ein profitables Unternehmen, das einen Beitrag zur wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung Neuseelands leisten soll, ohne Unterstützung der Regierung zu betreiben, erklärte Cullen. Die Modernisierung der Bahn soll ein Schritt beim Aufbau eines nachhaltigen Verkehrsnetzes sein, erklärte Ministerpräsidenten Helen Clark. Die neuseeländische Regierung hatte 2001 auch mit fast einer Milliarde Neuseeländische Dollar (505 Million Euro) die zuvor privatisierte Fluglinie Air New Zealand vor der Pleite gerettet. Die heute profitable Fluglinie ist jetzt weiter zu 76 Prozent in Staatsbesitz.

Neuseeland kauft privatisierte Bahn zurück
Der neuseeländische Staat wird die privatisierte Bahn für umgerechnet 336 Millionen Euro zurückkaufen. Es habe sich gezeigt, dass es äußerst schwierig sei, ein profitables Unternehmen, das einen Beitrag zur wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung Neuseelands leisten solle, ohne Unterstützung der Regierung zu betreiben, erklärte Finanzminister Cullen in Wellington. Ein Rückkauf sei der beste Weg, für notwendige Investitionen zu sorgen. Die staatliche neuseeländische Bahn war 1993 an private Investoren verkauft worden. 2003 erwarb das australische Unternehmen Toll Holdings die Mehrheit.
http://www.dradio.de/nachrichten/200805050900/5

Spiegel.de-Spam schreibt satirisch:
Die erste Freude deutscher Privatisierungsgegner über diese Renationalisierung verpuffte schnell. ... Die deutsche Situation lasse sich nicht mit Neuseeland vergleichen: ... So habe Neuseeland keine Kanzlerin, sondern eine Premierministerin, dazu mit Königin Elisabeth II. ein "richtiges Staatsoberhaupt", ein abweichendes Nationalitätenkennzeichen und einen eigenen Nationalfeiertag (Waitangi Day, 6. Februar). Ferner gehöre Neuseeland nicht zur Eurozone, verfolge in seiner Nationalhymne rein nationale Ziele ("God Defend New Zealand"), während in der deutsche Hymne Neuseeland keinerlei Erwähnung finde, und habe zudem, obwohl deutlich weniger Einwohner, mit +64 eine geradezu monströs höhere Telefonvorwahl. http://www.spiegel.de/spam/0,1518,551616,00.html

Tatsächlich gehört in Neuseeland das Schienennetz seit 2003 wieder dem Staat - jetzt wurde die Transportsparte zurückgekauft. Zuletzt also britisch-deutsche Verhältnisse...

Bündnis Bahn für alle