Presseschau Mai 2009

06.05.

Auch Grube voll auf Privatisierungskurs
Nicht dass das jetzt wirklich überraschend käme, aber jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Grube tritt in jeder hinsicht perfekt in Mehdorns Fußstapfen und will die Börsenpläne weiter vorantreiben. Der Kampf gegen die Bahnprivatisierung scheint also noch lange nicht ausgestanden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,622685,00.html

Es sieht so aus, als sollte Mehdorn nicht der einzige bleiben, der 'rausfliegt - Norbert Hansen und Margret Suckale sollen gleich auch noch gehen. Vielleicht geht Hansen ja jetzt zurück zur Transnet? Oder ihm steht eine Karriere bei der GDL bevor? Wenn wir ihm einen Job als Kampganenkoordinator anbieten, hat er auf allen Seiten 'mal gearbeitet... :-)
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahngrube102.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/38/467609/text/


18.05.

Über unsere Konferenz berichteten die taz, das ND und die junge Welt. Und als ob wir es geahnt hätten: Hinsichtlich den weiterhin nicht dauerfesten Achsen gibt es neue Unruhe, dazu berichtet heute der WDR.

Bündnis fordert Verkehrswende für die Bahn - Mehr Geld für die Schiene
Die Eisenbahn braucht ein europaweites Konjunkturpaket, fordert ein internationales, linkes Bündnis. Das wäre gut fürs Klima - und für mehr Arbeitsplätze.
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/mehr-geld-fuer-die-schiene/

Kahlschlag geht weiter
Köln: Internationaler Kongreß diskutierte Perspektiven des Schienenverkehrs. Europaweiter Widerstand gegen Liberalisierung und Privatisierung im Mittelpunkt
http://www.jungewelt.de/2009/05-18/036.php

Der Weg zur Bürgerbahn
Konferenz in Köln fordert Rücknahme von Privatisierungen
http://www.neues-deutschland.de/artikel/149001.der-weg-zur-buergerbahn.html

Bahn fordert neue ICE-Achsen - Ultimatum an die Industrie
Die Achsen der ICE-3-Flotte halten nicht, was die Hersteller versprachen: 30 Jahre Festigkeit. Jetzt sollen offenbar neue Achsen entwickelt und eingebaut werden - ein Millionenaufwand. Die Bahn hat ein Ultimatum gestellt.
Gerade einmal zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der ICE-3-Flotte sind deren Radsatzwellen1 - von Laien meist, wenn auch technisch unzutreffend, "Achsen" genannt - ein Sanierungsfall. Die Entgleisung eines ICE- 3 im Kölner Hauptbahnhof im Juli vergangenen Jahres hat es ans Licht gebracht. Gleiches gilt vermutlich auch für die Achsen der etwas älteren ICE-T-Flotte. Die von der Industrie gelieferten Radachsen, deren Laufzeit mit 15 Millionen Kilometern (was etwa 30 Jahren entspricht) angegeben war, müssen jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach ausgetauscht werden.
http://www.wdr.de/themen/verkehr/schiene02/koeln_entgleisung_ice/090518.jhtml?rubrikenstyle=verkehr

 

28.05.

Wegen des PR-Skandals muss jetzt ein weiterer Topmanager gehen. Der Generalbevollmächtigte für Kommunikation und Marketing, Ralf Klein-Bölting, wurde vom neuen Konzernchef Rüdiger Grube entlassen. Klein-Bölting wird die Verantwortung für die verdeckten PR-Maßnahmen zur Last gelegt.
So hegte die Initiative "Bahn für alle", die den Verkauf des Staatskonzerns bekämpfte, immer wieder den Verdacht, dass Wikipedia-Einträge, Meinungsbeiträge im Netz und privatisierungsfreundliche Internetseiten verdeckt durch die Bahn gesteuert und bezahlt geworden seien. Der Konzern bezeichnete das immer als "Hirngespinste". Nun hat der Konzern auch solche Manipulationen bestätigt.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2039023_0_9223_-wegen-pr-skandal- bahnchef-grube-feuert-weiteren-topmanager.html
Tiefensee lässt per Pressemitteilung erklären:
Allerdings gehen die Hinweise von LobbyControl bezüglich Minister Tiefensee in die Irre. Er hat - wie viele andere hochrangige Politiker aller Parteien - einmal an einer Veranstaltung von Berlinpolis teilgenommen, und - wie ebenfalls viele andere hochrangige Politiker aller Parteien - zu einer Broschüre sowie zu einer Ausgabe von "Thinktank" ein Vorwort geschrieben.
Dies geschah aber in völliger Unkenntnis der Manipultationen von Berlinpolis, die ja erst jetzt aufgedeckt wurden. In beiden Fällen gab es auch keinerlei Zuschüsse. Und in beiden Fällen war die entsprechende Positionierung öffentlich, erkennbar und normaler Bestandteil öffentlichen politischen Wirkens.

Bündnis Bahn für alle