Presseschau November 2008

08.11.

Angeblich hat sich Mehdorn eine genehmigung zum verkauf kleinerer Tranchen holen wollen, aber nicht bekommen, dann wird das wieder dementiert. Ein Treffen Merkel-Mehdorn-Steinbrück steht offenbar an. Gleichzeitig zieht die Kritik an den ICE-Achsproblematik ihre Kreise. Forderungen, die Fahrpreiserhöhung auszusetzen werden laut. Und der Transnet-Vorstand frißt vor dem Gewerkschaftstag in zwei Wochen Kreide, man will wiedergewählt werden. Zu den ICE-Achsen und zur Privatisierung äußert man sich aber weiterhin nicht.

BahnInfo fasst die Monitor-Meldungen gut zusammen und kommentiert auch die Positionen der Grünen
http://www.bahninfo.de/archiv/meldung.php?artikelID=7902

Börse-online kündigt ein Trefen von Merkel und Mehdorn "in den nächsten Tagen" an Börse-online:
http://www.boerse-online.de/tools/ftd/436466.html

Mehdorns Anstrengungen für einen Teilverkauf kleinerer Tranchen sind bei financial.de zu finden
http://www.financial.de/news/wirtschaftsnachrichten/2008/11/08/mehdorn-verhandelt-angeblich-weiter-uber-teilprivatisierung-der-bahn/

Kölner Stadtanzeiger: Kritik an Fahrpreiserhöhung Anfang Dezember nimmt zu
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660799075.shtml

Berliner Zeitung: Transnet will sechs bis sieben Prozent mehr Geld
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1108/wirtschaft/0043/index.html

9.11.

Handelsblatt: GDBA fordert indirekt weiter die Pivatisierung, Mehdorn versucht alles, um irgendwas von der Bahn verkaufen zu dürfen
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/merkel-und-mehdorn-sprechen-ueber-zukunft-der-bahn;2083658

Kölner Stadtanzeiger legt den Finger in die Wunde zur ICE-Sicherheit
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660804799.shtml

dpa und ddp greifen die Berichte des Kölner Stadtanzeiger auf (die unsere PM aufgreifen)
http://www.pr-inside.com/de/ice-offenbar-mit-gebrochener-achse-auf-r904991.htm

Bonmot im Tagesspiegel "..wenn die Achsen des Bösen halten.."
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntags;art7761,2656145

12.11.

Badisches Tageblatt: Bonuszahlungen sollen mit Verweis auf Bahn zukünftig anders geregelt werden
http://www.badisches-tagblatt.de/html/ticker/00_20081112075955_Koalition_will_Bonus_Zahlungen_beschraenken.html

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen mit einer Forderung von 10% mehr Lohn und Gehalt in die kommende Tarifrunde gehen. Das verlautete aus Gewerkschaftskreisen. (Süddeutsche Zeitung S. 6)

Merkel hat auch ihren Bahn-Filz: über Notheis von Morgan Stanley
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3551

Neue Rheinische Zeitung kommentiert: Mehdorn, Tiefensee und andere Unfälle: das DBakel geht weiter!
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13128

Die Welt schreibt zur Renaissance der Bahn in den USA
http://www.welt.de/welt_print/article2708937/Amerika-steigt-auf-die-Bahn-um.html

Rheinische Post zitiert Dirk Fischer, CDU, mit dessen falscher Fährte "Materialfehler"
http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/ICE-Panne-Kritik-am-Hersteller/20200

noch ein ICE kaputt: in Stuttgart ungebremst gegen den Prellbock gefahren
http://www.stuttgart-journal.de/tp/pool/nachrichten-stuttgart/sj/2008/11/12/news/stuttgart-ice-prallt-im-hauptbahnhof-auf-prellbock/


13.11.

Leipziger Volkszeitung: Bahn verliert im ICE-Skandal noch mehr an Vertrauen als die Banken in der Finanzkrise http://www.presseportal.de/pm/6351/1300987/leipziger_volkszeitung

Westfalen-Blatt: Jetzt auch Sicherheitsprobleme im Regionalverkehr: gefährliche Türen, unzureichende Bremsen http://www.westfalenblatt.de/nachrichten/generator/reg_show.php?id=22134

Fokus: Glos, der an der Absage des Börsengangs auf der Seite von Steinbrück und Tiefensee stand, wettert gegen Merkel http://www.focus.de/politik/deutschland/kabinett-glos-wettert-gegen-merkel_aid_348189.html

Stuttgarter Zeitung: Stuttgart 21 wird viel teurer: wenigstens 5,3 Mrd. Euro
http://dmm.travel/news/bahn/19315/

ddp: Erster ICE-Nachfolger Velaro geht nach Russland. Ob man bei der Bestellung um die Achsproblematik wusste?

Berichte über internationale Demo gegen Bahnprivatisierung in Paris:
http://www.francebourse.com/fiche_news_33668.fb
http://www.arte.tv/de/Willkommen/Die-Welt-verstehen/ARTE-info/103288.html
http://www.arte.tv/de/Willkommen/woche/244,broadcastingNum=911195,day=6,week=46,year=2008.html
http://www.arte.tv/de/Willkommen/programm/242,date=13/11/2008.html

Kontraste: Tiefenseeablösung
Sonderzahlungen für die Manager der Bahn im Falle eines Börsengangs. Für die Opposition ist das ein Grund, den Rücktritt des Verkehrsministers zu fordern. Doch wie sieht eigentlich die Gesamtbilanz des Ministers in Sachen Verkehr aus? Susanne Opalka und Steffen Mayer haben sich den Schlingerkurs des Ministers genauer angesehen. Dieser Wolfgang Tiefensee... Da hat er ein Super-Ministerium – ist zuständig für Verkehr, für Bau, für Aufbau Ost, und was macht der Minister?! Er schlingert von einer Krise in die nächste. Sein letzter Tiefpunkt - der geplante Börsengang der Bahn und der Streit um die Boni-Zahlungen für die Bahnmanager. Das hätte ihn nun beinahe den Job gekostet. Rücktrittsforderungen aus der Opposition, Kritik aus der Koalition und die Parteigenossen in der SPD, die schweigen betreten.
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp.html

Am Abend im Radio (WDR2): Horst Becker von der Grünen NRW, der sehr scharf unsere Positionen eingebracht hat, ein Pressesprecher der DB AG namens Boeckh in vollkommener Verteidigungsposition und insgesamt unglaubwürdig (und ein offenbar von der DB AG abhängiger Prof. Ekkehard Wendler). Interessant: Herr Boekh wollte sich nicht zum Börsenpospekt äußern. Ausserdem vertritt man bei der Bahn weiter die Linie: es gibt kein BAM-Gutachten. Noch interessanter: ein Hörerbeitrag aus Gütersloh zitierte aus einem Gutachten, das 2000 für die Schweizer Bahn prüfen sollte, ob eine Privatisierung nicht toll wäre. Es sagt den vollkommenen Niedergang der Bahn im Fall der Privatisierung voraus.

14.11.

Alle sind angeschlagen aber trotzdem bleibt (zunächst) alles wie es war: Tiefensee bleibt im Amt, Mehdorn bleibt im Amt, der Verkauf der Bahn steht noch immer auf der Agenda. Aber der Druck scheint ziemlich groß und mittlerweile mischt sich Merkel ein, was in der Vergangenheit nie der Fall war.

AP berichtet: Mehdorn erhält Rückendeckung Merkels für Bahn-Privatisierung
http://www.pr-inside.com/de/mehdorn-erhaelt-rueckendeckung-merkels-fuer-r915150.htm

FOCUS-Online: Das Blatt zitierte Glos mit den Worten: „Ich kann auch in den Spiegel schauen.“ Er hätte sich gewünscht, dass CSU-Minister ebenso schnelle Rückendeckung erhalten hätten wie Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee von der SPD in der Debatte um seine Rolle bei den Sonderzahlungen für den Bahnvorstand
http://www.focus.de/finanzen/news/bahn/bahn-vorstand-neben-boni-auch-mehr-grundgehalt_aid_344922.html

Tiefensee bleibt im Amt. Wenn diese Meldung eine Nachricht ist, sagt das etwas über sein Standing aus.
http://www.zeit.de/news/artikel/2008/11/13/2660427.xml

Tiefensee wurde gestern im Parlament gerupft - und von der Koalition im Amt bestätigt, der Stern berichtet recht ausführlich http://www.stern.de/politik/deutschland/:Debatte-Bundestag-Tiefensee-W%FCrstchen-Theorie/645594.html

Im Hamburger Abendblatt wird ein weiteres Versäumnis der Bahn bei der Instandhaltung aufgeführt: Weichen defekt: 21 Stunden kein Zugverkehr. Bundesaufsicht stoppt S-Bahn in Hamburg. Behörde wirft Bahn vor, nicht schnell genug gehandelt zu haben. Es habe Gefahr bestanden.
http://www.abendblatt.de/daten/2008/11/14/971624.html?cmf=1

Zu dem ICE-Unfall, bei dem ein ICE vor einer Tunneleinfahrt in eine Schafherde gerast war, gibt es ein vernichtendes Gutachten hinsichtlich der Sicherheit. Über das Gutachten berichtet die Lokalpresse
http://www.markenpost.de/news_Chaos-im-Katastrophenmanagement-der-DB-AG_53215.html
http://www.osthessen-news.de/beitrag_A.php?id=1157741

Die Welt: Schwere Vorwürfe gegen die Bahn nach ICE-Unglück
Informationsfluss und Alarmierung der Einsatzkräfte durch die Leitstellen der Bahn seien «mangelhaft» gewesen, heißt es. http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ver&module=dpa&id=19553586

17.11.

ddp: Tiefensee ernennt neuen Bahnaufseher
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich offenbar für einen neuen Vertreter des Ministeriums im Bahn-Aufsichtsrat entschieden. Wie die «Wirtschaftswoche» am Samstag berichtete, soll der Parlamentarische Staatssekretär Achim Großmann dem vor rund zwei Wochen entlassenen Matthias von Randow in das Kontrollgremium folgen. Randow war im Zusammenhang mit geplanten Bonus-Zahlungen an die Bahnvorstände im Falle eines erfolgreichen Börsengangs des Unternehmens vom Minister entlassen worden. Der Ressortchef warf ihm vor, selbst erst zu spät über die Zahlungen informiert worden zu sein. SPD-Mitglied Großmann ist dem Bericht zufolge seit 1998 im Amt. Der gebürtige Aachener gelte innerhalb der Partei als Motor der von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vorangetriebenen Bahnprivatisierung.
http://www.financial.de/news/wirtschaftsnachrichten/2008/11/15/magazin-tiefensee-ernennt-neuen-bahnaufseher/

focus: Suche nach internationalen Investoren und Mindesterlös 3,5 Mrd. sind nun offiziell
Um ihren Börsengang zu finanzieren, darf die Deutsche Bahn laut Kanzlerin Angela Merkel auch bei internationalen Investoren um Milliarden werben. Darauf haben sich nach FOCUS-Informationen Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Gespräch im Kanzleramt am Donnerstag verständigt. Einem Erlös von weniger als 3,5 Milliarden Euro wird der Bund jedoch nicht zustimmen. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) drängt sogar auf einen Mindestpreis von fünf Milliarden Euro. Den Börsengang der Deutschen Bahn hatte Steinbrück wegen der Finanzkrise gestoppt. http://www.focus.de/finanzen/boerse/boersengang-bahn-soll-kapital-im-ausland-suchen_aid_348947.html

Nicht neu, aber noch nicht ausreichend dokumentiert: rbb-Kontraste-Sendung vom 23.10.08
Die von der Kontraste-Sendung aufgedeckten Tricks der Bahn mit der Staatsknete fürs Netz
" Streckenneubau bleibt auf der Strecke - Bahn täuscht Kunden und Politiker
Täglich erleben tausende Fahrgäste überfüllte Züge bei der Deutschen Bahn. Und es wird immer schlimmer, denn Bahnchef Hartmut Mehdorn führt Kunden und Politiker an der Nase herum. Seine Versprechungen vom Bau neuer Schienenstrecken mit Bundesmitteln werden nicht gehalten. Das belegen interne DB-Unterlagen. (...) Längst versprochene Bahnstrecken werden einfach nicht gebaut, weil die Deutsche Bahn die Steuermillionen anderweitig braucht. Der Bericht zeigt, wie Bahnchef Mehdorn Kunden und Politiker an der Nase herumführt und Steuergelder zweckentfremden.
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_8132197.html

Tagesspiegel: Nach zehn Jahren kaputt - Stadtbahn wird 2009 teilweise saniert und Baupfusch auf neuer ICE-Strecke - Hunderttausende Schwellen müssen ausgetauscht werden
Für Kunden der Bahn gibt es im nächsten Jahr zum Teil erhebliche Einschränkungen wegen Bauarbeiten. Die Strecke nach Hamburg wird von März bis Juni gesperrt, weil marode Schwellen ausgetauscht werden müssen. Anschließend gibt es vom 20. Juni bis 4. Juli keinen Zugverkehr zwischen Charlottenburg und Spandau, und im Oktober und November ist zwischen Friedrichstraße und Hauptbahnhof zeitweise nur eingleisiger Betrieb möglich. Hier müssen die vor gut zehn Jahren gelegten Gleise erneuert werden, da sie abgenutzt sind.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2663036

Berliner Kurier: Wer nach Hamburg will, muss ab kommendem Jahr mit weitaus mehr Fahrzeit rechnen.
Wegen Materialpfuschs müssen auf der Strecke Berlin-Hamburg Hunderttausende Schwellen ausgetauscht werden. Die ICE-Züge werden umgeleitet, die Reisenden sind bis zu 45 Minuten länger unterwegs. Der Berliner Kurier listet noch diverse weitere Baumaßnahmen auf.
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/242219.html

ddp-bayern: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die gesamten Notfallpläne der Bahn entlang der ICE-Strecken in Bayern überprüfen lassen. Anlass sei ein Untersuchungsbericht des Regierungspräsidiums Kassel, wonach es nach dem ICE-Unfall im April in Hessen schwere Fehler beim Katastrophenmanagement der Bahn gegeben habe, teilte das Innenministerium am Sonntag mit. (...) Aus dem Untersuchungsbericht des Regierungspräsidiums Kassel war hervorgegangen, dass bei dem ICE-Unglück im hessischen Landrückentunnel das Katastrophenmanagement der Deutschen Bahn versagt habe. Die Leistungsfähigkeit der DB-Notfallleitstellen habe sich als «sehr begrenzt» erwiesen, heißt es darin. Die Information und Alarmierung der Rettungskräfte sei «mangelhaft» gewesen. Auch weise die ICE-Strecke zwischen Hannover und Würzburg bauliche sicherheitstechnische Defizite auf und sei nicht sicher. Bei dem Unglück war ein ICE mit 135 Passagieren an Bord in eine Schafherde gerast und im Landrückentunnel entgleist. 19 Fahrgäste wurden verletzt.
http://www.ad-hoc-news.de/Wir-mssen-alles-dafr-tun-dass-sich-solche-Pannen-nicht--/de/Politik/19861878

18.11.

ICE-Unfall Fulda / Landrückentunnel: Chaos im Katastrophenmanagement der DB AG. Die Meldungen zu den Inhalten des Gutachtens des Regierungspräsidiums Kassel müssen irgendwie durchgesickert sein. Auf Anfrage ist das Gutachten nämlich nicht erhältlich, erst nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Fulda. Die hat jetzt der Bahn den Rücken gestärkt, und zwar ganz ähnlich wie in Köln: "Das Verfahren läuft noch, Aussagen werden nicht kommentiert" - mit Ausnahme eines Dementis: Die Unfallursache stünde nicht im Gutachten.
http://www.osthessen-news.de/beitrag_E.php?id=1157877
http://www.osthessen-news.de/beitrag_C.php?id=1157741
http://www.osthessen-news.de/Media/08/11/News081117_29.wmv
http://www.ad-hoc-news.de/ddp-Exklusiv-Feature-Chaos-im--/de/Wirtschaft-Boerse/Marktberichte/19857213

S-Bahn Berlin: Dauerfestigkeit der Achsen weiter unklar, generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 auf 80 km/h wegen Brems- und Signalproblemen, Werkstätten ausgelastet, da Friedrichsfelde geschlossen und Stellen gestrichen wurden, zu wenig Wagen wegen Verschrottungsaktionen der vergangegen Jahre, einzelne Wagen wegen Rissen im Fußboden ausser Betrieb, Senat droht mit Mittelkürzung wegen fortlaufender Verspätungen
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Berliner-S-Bahn-Nahverkehr-VBB;art270,2663554

19.11.

Der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Lothar Krauß, tritt überraschend ab.

Die FR: Wie sein Vorgänger Norbert Hansen, der im Mai spektakulär die Seiten wechselte und nun im Konzernvorstand der DB sitzt, unterstützte Krauß den umstrittenen Börsengang der Bahn. Das spaltete die Mitglieder und stürzte die Gewerkschaft in eine schwere Krise." (...) "Eine Bahnprivatisierung in absehbarer Zeit wird nach dem Abgang von Krauß noch unwahrscheinlicher. Beobachter rechnen nun mit einem Kurswechsel bei der größten Bahngewerkschaft."
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1632416_Transnet-Chef-tritt-frustriert-ab.html

Die Welt: "Die Kritik der Mitglieder sei derart massiv, dass es "zwingend notwendig ist, sich kurzfristig zu beraten", schrieb Krauß. Es geht um den Kurs beim Bahnbörsengang, die Ursachen des Mitgliederschwunds und offene Fragen zu den Finanzen der Gewerkschaft." (...) "Es ist vor allem der Bahnbörsengang, der die Gewerkschaft spaltet. Pragmatiker Hansen hatte sich mit der Privatisierung abgefunden und versucht, dabei das Beste für die Mitarbeiter herauszuholen. Den meisten Eisenbahnern ist aber der Einstieg privater Investoren weiter ein Gräuel. "Wo da der Sinn für die Beschäftigten liegt, hat uns noch keiner erklärt", sagt Springhorn."
http://www.welt.de/welt_print/article2746867/Gewerkschaftschef-auf-dem-Abstellgleis.html

Auf AP: http://www.pr-inside.com/de/transnet-neben-dem-gleis-erste-zusammenfassung-r924590.htm

21.11.

Stuttgarter Nachrichten: Da gehen sie hin, die zukünftigen Privatisierungserlöse..allein für Stuttgart 21 aus dem Bundeshaushalt 1,55 Mrd, und den Rest der Zeche zahlt auch der Kunde und Steuerzahler: weitere 1,55 via DB AG, die sich das über Einsparungen und Fahrpreiserhöhungen wieder reinholt, und dann sind da noch die Risiken, die der Bundesrechnungshof benennt, so etwa weitere 2,4 Mrd. Wenns reicht. Macht 5,5 Milliarden, mehr als das schöne Viertel der DB ML jemals bringt oder gebracht hätte.
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1879093_0_2147_stuttgart-21-das-projekt-laeuft-.html

Focus: Dass die Bahn jetzt selbst den TGV nach Berlin rollen lässt, nachdem sie mit dieser napoleonischen Schreckensvision für den Börsengang Stimmung gemacht hatte - das war eine Ente. Sagt zumindest der Bahn-Sprecher. Woarufhin man glatt wieder vom Gegenteil ausgehen sollte..
http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps/ice-ersatz-holt-die-bahn-tgv_aid_350052.html

Die DB AG hat offenbar in die ICE-Werkstatt Rummelsburg eingeladen:
In der Süddeutschen Zeitung und in der Berliner Zeitung erscheinen heute sehr ausführliche berichte zur ICE-Achsproblematik und den Prüfungen. Die Artikel fallen unterschiedlich kritisch aus: Die Südeutsche weist immerhin darauf hin, dass die DB Ag den Riss in einer ICE-T-Achse am 9.8. gefunden hat, aber erst am 14.10., also 5 Tage nach der Bekanntgabe der Verschiebung des bahnbörsengangs, ihre ganze ICE-T-Flotte in die Werkstätten zurückgerufen hat. Erwähnt wird dort auch, dass dem ein Vergleich vor dem Verwaltungsgericht Köln mit dem EBA zugrunde liegt. In der Berliner Zeitung wird dagegen richtiggehend desinformiert: "Bis zur Klärung der Ursache ordnete die Bahn diesmal gleich von sich aus verschärfte Kontrollen ihrer 70 ICE-Neigezüge an."
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/49/398833/text/
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/1122/seite3/0004/index.html

Gefahr durch Vernachlässigung kleiner Bahnhöfe
Durchfahrende Züge erfassen mit ihrem Sog Reisende und Gepäck, die sich hinter der weissen Linie befinden. In der Vergangenheit gab es dabei schon mehrfach Todesfälle, z.B. hier
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1997/erste6782.html
Das Problem scheint nach wie vor akut zu sein: Bundesamt prüft Bahnhof
Ein Kinderwagen wurde vom Sog eines durchfahrenden Güterzuges auf dem Bahnsteig in Hochneukirch mitgerissen. Mutter und Erzieherin Antje Schmitz hatte den Wagen abgebremst hinter der weißen Linie geparkt und wurde von der Kraft des Sogs überrascht. Ihre Tochter befand sich zu diesem Zeitpunkt zum Glück nicht im Buggy.
http://www.rp-online.de/public/article/korschenbroich/632529/Bundesamt-prueft-Bahnhof.html

24.11.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer forderte die Bundesregierung auf, die notwendige Verschiebung des Börsengangs als Chance zu begreifen, die Privatisierung insgesamt zu überprüfen. Die Alternative sei, "dass der Eigentümer Bund die Bahn als einheitliches öffentliches Unternehmen erhält und als Staat mit dem notwendigen Kapital ausstattet", um sie wettbewerbsfähig zu erhalten und das Schienennetz zu modernisieren.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/169/448901/text/

Erste Stimmen vom Transnet-Gewerkschaftstag klingen gar nicht so schlecht. Zwar verstehe ich die Konditionen, die Kirchner stellen will, nicht so recht. Aber die Rhetorik hat sich doch deutlich geändert: "Die zentrale Frage sei nicht, ob und wann der Staatskonzern an die Börse gehe, sondern dass die Schiene genug Geld bekomme, um ihre umwelt- und strukturpolitischen Aufgaben zu erfüllen. Solange das nicht sichergestellt sei, "werden wir zu Nichts eine Zustimmung geben", sagte Kirchner." nebenbei: Tiefensee legt sich erneut auf die 5 bis 8 Milliarden fest.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1634738_Transnet-bleibt-bei-zehn-Prozent.html

Auch ein Erfolg unserer Kampagne: Jeder außerplanmäßige Stopp eines ICE kommt jetzt in die Nachrichten: ICE muss auf offener Strecke stoppen. Die etwa 400 Reisenden mussten zwischen Kassel und Fulda in einen anderen Zug umsteigen.
http://www.stern.de/panorama/:Technischer-Defekt-ICE-Strecke/646632.html

Das Konfliktpotential Weihnachtsverkehr dringt allmählich ins Bewußtsein. Wieviele infolge des drohenden Verlusts der Reservierung nicht mit der Bahn fahren, ist derzeit noch nicht bekannt.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/235200

Streit der DB AG mit den Herstellern beigelegt? Oder nur die Preise erfolgreich gedrückt? - Die Deutsche Bahn will 15 neue ICE-Züge von Siemens kaufen.
http://boerse.n24.de/news/view?nid=2632230

26.11.

"Bahn von unten" prägt die öffentliche Meinung in der transnet schreibt die Süddeutsche Zeitung.
http://www.sueddeutsche.de/358387/700/2651067/Mitbestimmung-Mitbestimmung.html

Zum Einbruch im Logistikgeschäft schreibt die taz
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/bahn-rast-in-die-krise/
und kommentiert sehr zutreffend
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-bahn-leidet-mit-hintergedanken/

Wer es genau haben möchte: Hier noch das Dementi der DB AG zu einer reuters-Meldung, dass die DB AG keine Rangierbahnhöfe stilllegen will. Vergessen wurde dabei vermutlich die Angabe "zwischen Silverster und Neujahr".
http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=347952

27.11.

Neues Deutschland: die Transnet hat es wieder nicht geschafft, klare Signale zu setzen. Transnet-Kurs bleibt unklar, Gewerkschaftsvorstand vermeidet Statement gegen Bahn-Börsengang.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/139636.transnet-kurs-bleibt-unklar.html

Mitteldeutsche Zeitung: Preisentwicklung bei der Bahn nicht nachvollziehbar
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1227682667536

Rheinische Post: ICE und Velaro sind toll, Hochgeschwindigkeitszüge retten die Welt
http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/Schneller-auf-der-Schiene/21979

28.11.

Der neue Transnet-Chef Alexander Kirchner wird in der Jungen Welt interviewt:
Anfangs sagt er "Zunächst einmal sind wir die zuständige Gewerkschaft innerhalb des DGB für den Bereich schienengebundenen Verkehr und nehmen uns deshalb das Recht heraus, unsere Position eigenständig zu entwickeln"
Einige Zeilen später erfährt man dann, wie es um die Position bestimmt ist: "Ich sehe einfach das Problem, daß man immer wieder versucht, uns auf das Thema Börsengang zu reduzieren. Dabei haben die Beschäftigten bei der Bahn völlig andere Probleme." (...) "Außerdem muß die Politik klare Ansagen machen, wie es mit der Bahn AG weitergehen soll, und danach wollen wir uns entscheiden. Eine frühe Festlegung bringt uns jedenfalls gar nichts. " Das ist keine eigene Position, das ist eine leere Worthülse. Kirchner drückt sich vor einer Aussage und will aus einer stillen Ecke abwarten, wie die anderen entscheiden. Eine kämpferische Gewerkschaftsposition klingt anders! Kirchner lenkt ab und bezeichnet den 2010 liberalisierten Fernverkehr als "lukrativen Markt", obwohl andere Bereiche deutlich interessanter für Private sind.
http://www.jungewelt.de/2008/11-28/035.php

Bei Abgeordnetenwatch schreibt die SPD-Abgeordnete Petra Hess: Die Koalitionsfraktionen haben am 30. Mai 2008 einen Antrag "Zukunft der Bahn, Bahn der Zukunft" auf den Weg gebracht, der folgende Organisationsstruktur vorsieht: Die DB AG bleibt vollständig im Eigentum des Bundes. An den zusammengefassten Verkehrs- und Logistikunternehmen werden Dritte beteiligt. Dafür bedarf es keiner gesetzlichen Änderung.
http://www.abgeordnetenwatch.de/petra_hess-650-5567--f152467.html#frage152467

Beim 18. Gewerkschaftstag der Transnet ging es in Puncto Börsengang zwar ein Wenig kritischer zu als früher, aber eine klare Aussage steht bisher noch immer aus: "Der Gewerkschaftstag beschloss, »dass sich die Transnet mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und auf allen politischen Ebenen, insbesondere bei Zustandekommen neuer politischer Machtverhältnisse, deutlich gegen voreilige (aufgrund der Finanzkrise) Privatisierungsschritte stellt«." (...)
"»Unsere Mitglieder sind gegen den Börsengang. Sie warten hier und heute auf ein Signal von uns, von der größten und kompetentesten Bahngewerkschaft«. Für die Antragskommission empfahl Peter Nowack Ablehnung, weil eine solche Beschlussfassung einem »ergebnisoffenen Diskussionsprozess« widerspreche. Dieser Diskussionsprozess wurde jedoch im Saale per Antrag auf Abbruch der Debatte rasch beendet."
http://www.neues-deutschland.de/artikel/139725.weder-fisch-noch-fleisch.html

Bündnis Bahn für alle