Spontane Aktion anlässlich S-Bahn Chaos in Berlin

Am Freitag (11.09.09) zwischen 9:00 und 13:30 Uhr haben wir unserem Ärger über das S-Bahn Chaos in Berlin Luft gemacht und eine kleine Kundgebung abgehalten. Neben einem Transparent mir der Aufschrift "Börsenwahn legt S-Bahn lahm" hatten wir als Requisiten einen Börsenbullenkopf sowie einen 2m großen Hammer dabei, mit denen wir verschiedene Szenarien aus dem Alltag der Bahn auf Börsenkurs nachstellten. Zudem hatten wir noch ein weiters Transparent mit der schlichten, aber groß geschriebenen Aufschrift "Stoppt den Börsengang".

Während der (sehr schwach besuchten) Veranstaltung verteilten wir die Flyer "Ihr Reiseplan", ergänzt um einen Einleger zu S-Bahn (Text unten). Vor allem aber forderten wir die Passanten auf, sich auf großen "Unmutsbögen" selbst zu dem S-Bahn Chaos schriftlich zu äußern. Die Ergebnisse sind sehr anregend, siehe Fotos.

 

Es war recht wenig Presse vor Ort, andererseits wurde von dieser Seite dem Umstand Respekt gezollt, dass zwar viel geschimpft wird, wir aber die ersten sind, die in der S-Bahn-Sache den Protest sichtbar auf die Strasse getragen haben.

 

 

Stoppt den Verkauf der Berliner S-Bahn!

Die Probleme der Berliner S-Bahn hängen unmittelbar mit dem geplanten Börsengang der Muttergesellschaft Deutsche Bahn AG zusammen. Die Berliner S-Bahn ist 100%-tige Tochter der DB ML AG. Mit dem Teilverkauf der DB ML AG bekommen private Investoren auch Zugriff auf unsere S-Bahn.

Für den nach wie vor geplanten Börsengang wurde die S-Bahn völlig ausgelaugt. Die Gewinne wurden nicht neu investiert, sondern abgeführt, zuletzt 56 Millionen. Dazu muss die S-Bahn an die DB AG jährlich 13 Millionen Euro Trassengebühren bezahlen, um die Schienen benutzen zu dürfen, die der Staat direkt aus Steuergeldern bezahlt hat.

Ein verantwortungsloses S-Bahn-Management hat in Folge des vorgeblichen Kostendrucks gespart bis es knirscht, Werkstätten werden geschlossen, Mitarbeiter abgebaut. Die DB AG wies derweil jährlich steigende Gewinne in Milliardenhöhe aus - um attraktive für potentielle Anleger zu werden, denn noch sind DB AG, DB ML AG und Berliner S-Bahn weiterhin zu 100% in öffentlicher Hand - und gehören eigentlich uns allen.

Räder der Berliner S-Bahn erwiesen sich als rissanfällig und zudem als unzureichend gewartet. Um die Zulassung der vom Eisenbahnbundesamt stillgelegten Wagen schnell wieder zu erlangen, wurden jetzt alle anderen Wartungsaspekte vernachlässigt, bis Bremsen versagten. Die DB AG ist nicht bereit, der S-Bahn zu helfen. Es wird gemauert und verschleppt.

Was muss noch passieren bis umgesteuert wird?

Der Börsengang ist zwar vorläufig abgesagt, aber er bestimmt die Politik der S-Bahn und der DB AG nach wie vor: Fast alle im Bundestag vertretenen Parteien sind kurz- oder mittelfristig weiterhin für den Verkauf der Deutschen Bahn und somit auch der berliner S-Bahn. Die Deutsche Bahn und die Berliner S-Bahn haben einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen, der grundgesetzlich geschützt ist. Nicht Kapitalmarktfähigkeit sondern Daseinsvorsorge und Fahrgastsicherheit muss hier oberstes Prinzip sein.

Es ist Wahlkampf. Lassen Sie sich nicht gefallen, das die Politik die Bahn für den Börsengang kaputt spart. Verlangen sie von Ihren Bundestagsabgeordneten, dass der Börsengang der Bahn endgültig abgesagt wird. Schreiben Sie Briefe, besuchen Sie die Internetseite www.abgeordnetenwatch.de oder am besten: Besuchen Sie Ihren Abgeordneten direkt in seinem Wahlkreisbüro.

Bahn für Alle - Berlin www.bahn-für-alle.de

 

Bündnis Bahn für alle