Solidaritätsadresse an die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter gegen "Stuttgart 21"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir Vertrauensleute der Eisenbahnergewerkschaft TRANSNET aus dem KundenServiceZentrum der DB Schenker AG in Duisburg sind im Gegensatz zu unserem Bahnchef Dr. Grube der Meinung, dass ihr das Recht zum Widerstand gegen das milliardenverschlingende Großprojekt "Stuttgart 21" habt. Wir teilen euren Zorn und eure Wut gegen das brutale Vorgehen der Polizei am vergangenen Donnerstag gegen Schüler, Rentner und sogar gegen Mütter mit Kleinkindern. Wer versucht, angemeldete Demonstrationen mit Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern aufzulösen oder im Nachhinein zu rechtfertigen, offenbart ein fragwürdiges Demokratieverständnis.

Wir teilen eure Meinung, dass der Beschluss zum Umbau des Bahnhofes nicht demokratisch zustande gekommen ist. So wurden seitens der Landesregierung selbst in Auftrag gegebene Gutachten nicht veröffentlicht, weil sie zu kritisch ausfielen. Es wurden und werden Risiken verschwiegen und die Kosten wurden bewusst viel zu niedrig angesetzt, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Ehemals wurden ca. 4,5 Milliarden EURO Baukosten prognostiziert, seriöse Schätzungen rechnen nun mit bis zu 19 Mrd. ! Zum Nachteil der Steuerzahler sollen private Profitinteressen Vorrang haben.

Die Regierung versucht mit aller Macht an "Stuttgart 21" festzuhalten. Sie fürchtet sich vor einem Erfolg des Bürgerprotestes ! Euer kreativer, unbeugsamer und ansteckender Widerstand gibt die richtige Antwort darauf !

Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft, Durchsetzungsvermögen und Erfolg !

Oben bleiben !!

Im Namen der Vertrauenspersonen der TRANSNET im KundenServiceZentrum Duisburg

Michael Dubielczyk (VP-Sprecher)

vom 05.10.2010

Bündnis Bahn für alle