Stuttgart 21 alternativlos?

Offener Brief an Hr. Dr. Geißler

Sehr geehrter Herr Dr. Geißler,

mit Befriedigung aber auch mit Skepsis habe ich von Ihrer Berufung zum Schlichter bei Stuttgart 21 erfahren. Zu den Fakten, die nun auf den Tisch kommen sollen, gehört sicher eines, das unter Eisenbahnexperten völlig unbestritten ist, das aber - soweit ich weiß - niemals kommuniziert wurde: Der Durchgangsbahnhof Stuttgart 21, wenn er denn bereits vom Eisenbahn-Bundesamt genehmigt wurde, ist rechtswidrig genehmigt worden. Die derzeit gültige Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung gibt im Lichte ihrer langen Geschichte keine Legitimation für eine Bahnhofsneigung von 15 %o her, wie sie durch vorhandene unterirdische Bauwerke erzwungen wird.

Diese Bahnhofsneigung stellt darüber hinaus einen diskriminierenden Tatbestand für den Wettbewerb nach europäischem Recht dar, da nur Eisenbahn-Fahrzeuge mit ganz spezieller Ausstattung im Bereich des Bahnhofs S 21 zugelassen werden können. Ich halte es für geraten, dazu einen unabhängigen, nicht in irgendeiner Form weisungsgebundenen, evtl. ausländischen Gutachter deutscher Zunge zu hören.

Ich wäre ihnen verbunden, wenn diese meine Einlassung im Rahmen Ihrer Gespräche erörtert würde.

Mit Freundlichen Grüßen
Eberhard Happe

15.10.2010

Bündnis Bahn für alle