Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG und Publikation „Empört Euch – weiter!“

Bericht und Dank an die vielen, die unsere Aktivitäten mit Spenden unterstützten

Mit der Veröffentlichung des Alternativen Geschäftsberichts Deutsche Bahn AG 2012 durch unser Bündnis Bahn für Alle und mit der maßgeblichen Beteiligung an dem Buch „Empört Euch – weiter! Neue Argumente gegen Stuttgart 21“ – beides erfolgt Ende März bzw. Anfang April 2013 – hat das Bündnis Bahn für Alle wohl den größten Erfolg seit dem Stopp des Börsengangs 2008 erzielt. Wir konnten damit eindrucksvoll unterstreichen, wie wichtig und wirksam die weitere Arbeit des Bündnisses Bahn für Alle ist.

Der Alternative Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG ist mittlerweile – mit dem fünfmaligen Erscheinen – eine kleine „Institution“ und ein Markenzeichen für das Bündnis Bahn für Alle geworden. Einmal bereits erschien dieser jährliche Gegenbericht zum offiziellen Geschäftsbericht der Deutschen Bahn AG und als „Gegenveranstaltung“ zur Bilanzpressekonferenz in gedruckter Form: Im Frühsommer 2011 als „Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG 2010“ (damals in Form eines Sonderheftes der Zeitschrift Lunapark21 Extra 05). Er wurde auch an Bahnhofskiosken verkauft. Die Deutsche Bahn AG sah sich veranlasst, auf diesen Bericht zu reagieren: Der „Vater der Bahnreform“, Prof. Gerd Aberle, Mitglied im Konzernbeirat der Deutschen Bahn AG, antwortete auf unseren Gegenbericht in der Zeitschrift „Internationales Verkehrswesen“ (die Replik hatte wenig Substanz; wir gingen im letztjährigen Alternativen Geschäftsbericht darauf ein).

Doch all das konnte 2013 noch deutlich übertroffen werden:

  • Erstens konnten wir den neuen Alternativen Geschäftsbericht zwei Tage vor der Bilanzpressekonferenz der DB AG präsentieren: auf einer Pressekonferenz, die Bahn für Alle am Dienstag, dem 19. März 2013, im Willy Brandt-Haus durchführte. Bernhard Knierim und Winfried Wolf vertraten dort Bahn für Alle; bei den Vertretern der Parteien musste Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) kurzfristig absagen; Sabine Leidig – die LINKE – nahm an der PK teil. Trotz eines eher mäßigen Besuchs hat sich diese Pressekonferenz wohl dennoch gelohnt (siehe unten).

  • Zweitens lag der Alternative Geschäftsbericht tags darauf, am 20. März, erstmals der Tageszeitung (taz) in der bundesweiten Auflage (und damit in rund 75.000 Ex.) bei. Er war also am Tag vor der Bahn-Bilanzpressekonferenz bundesweit gedruckt präsent.

  • Drittens führte Bahn für Alle am Donnerstag, dem 21. März zwischen 10 und 11 Uhr, vor dem Kongresszentrum am Berliner Alexanderplatz, in dem Bahnchef Rüdiger Grube die Bilanz der Deutschen Bahn AG 2012 präsentierte, eine medienwirksame Aktion durch: Aktivistinnen und Aktivisten von Bahn für Alle hielten je eine große „Kelle“ hoch und präsentierten damit – mit roter Umrahmung – das Wort „G-E-W-I-N-N-W-A-H-N“ bzw., dann mit umgedrehten Schildern und mit grüner Umrahmung, das Wort „G-E-M-E-I-N-W-O-H-L“. Die Aktion wurde von Dutzenden Fotografen und TV-Leuten fotografiert bzw. gefilmt und fand sich unter anderem in den „Tagesthemen“ der ARD am gleichen Abend wieder. Auch in der 20-Uhr-„Tagesschau“ wurde die Kritik des Bündnisses erwähnt.

  • Viertens schließlich wurde der Alternative Geschäftsbericht zusätzlich mit 50.000 Exemplaren gedruckt. Der größere Teil davon konnte bisher auch bereits vertrieben werden – besonders viele passend zu der inhaltlichen Kritik am Bahngroßprojekt Stuttgart 21 in Stuttgart selbst.

Nach unserem Eindruck trugen die Aktivitäten von Bahn für Alle in diesem Jahr 2013 erheblich dazu bei, dass der Bahn ihr großes Jahresevent ziemlich verhagelt wurde: Es gab Dutzende kritischer Berichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen, einige davon sogar bereits vor der Bilanzpressekonferenz der DB AG und damit wohl durch unseren Alternativen Geschäftsbericht motiviert. Bahn für Alle kam dabei mit eigenen Statements mehrfach zu Wort; der Alternative Geschäftsbericht wurde vielfach direkt zitiert (im TV neben den erwähnten ARD-„Tagesthemen“ auch im ARD-Magazin „Plusminus“). Noch häufiger wurden unsere Argumente ohne explizite Nennung von Bahn für Alle, in Form eines gewissen „Diebstahls geistigen Eigentums“, aufgegriffen – beispielsweise indem unsere Darstellung des Anstiegs der Bahnticket-Preise stillschweigend übernommen wurde – was ja durchaus auch die berechtigte Kritik an der Deutschen Bahn AG stärkt. Es lässt sich beobachten, dass unsere Kritik über die Jahre bei den Medien immer mehr „einsickert“

Am 3. April wurde in Stuttgart auf einer gut besuchten und von Bahn für Alle mit veranstalteten Pressekonferenz das neue Buch „Empört Euch – weiter! Neue Argumente gegen Stuttgart 21“ vorgestellt. Die sechs Personen, die das im Verlag PapyRossa erschienene Bändchen verfasst hatten, waren alle anwesend: Sabine Leidig (MdB), Volker Lösch (Regisseur), Egon Hopfenzitz (langjähriger Chef des Stuttgarter Hauptbahnhofs), Christoph Engelhardt (WikiReal-Plattform), Walter Sittler (Schauspieler) und Winfried Wolf (Bahn für Alle). Das Bündnis Bahn für Alle ist Mitherausgeber des Buchs. Die beiden Stuttgarter Zeitungen – „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten – im erstgenannten Fall sogar ausgesprochen ausführlich und freundlich – über die neue Buchpräsentation.

Wir danken an dieser Stelle allen, die bei den geschilderten Aktionen mitgemacht haben bzw. diese – wie unser Bündnispartner GiB (Gemeingut in BürgerInnenhand) – unterstützt haben. Diese Aktivitäten waren für das Bündnis alles andere als billig – rund 12.000 Euro. Einen erheblichen Teil davon (rund 7500 Euro) konnten wir als Antwort auf unsere Spenden-Rundmail bereits als neue Geldeingänge verbuchen. Wir bedanken uns ganz herzlich dafür, dass damit unser Vertrauen, gewissermaßen im „Vorgriff“ diese Aktivitäten unternommen zu haben, gerechtfertigt wurde. Es wäre ganz wunderbar, wenn das real noch verbleibende Defizit ganz ausgeglichen werden würde, damit wir auch für kommende Aktivitäten wieder eine gut gefüllte Bahn für Alle-Kasse haben.

Berlin, den 8. April 2013 - Bernhard Knierim / Winfried Wolf

 

Bündnis Bahn für alle