Wer ist Bahn für Alle und warum machen wir den 9. Alternativen Geschäftsbericht Deutsche Bahn AG?

Der Alternative Geschäftsbericht der Deutschen Bahn AG erscheint heute bereits zum neunten Mal als kritische Auseinandersetzung mit der Jahresbilanz des Unternehmens – und zum dritten Mal als Beilage zur taz. Erstellt und finanziert wird dieser Bericht vom Bündnis Bahn für Alle.

Bahn für Alle wurde 2005 gegründet – als Reaktion auf die erklärte Absicht der zunächst rot-grünen Bundesregierung, dann der Bundesregierung einer Großen Koalition, die DB AG zu privatisieren (»Börsengang«). Geplatzt ist dieser Plan am 9. Oktober 2008, als der Börsenprospekt schon gedruckt war und die Börsenemission noch im gleichen Monat terminiert war. Doch die vier Konsortialbanken, die den Bahn-Börsengang managen sollten, waren tief in die Lehman-Pleite und die nachfolgende größte Finanzkrise seit 1929 involviert. Politisch war von der Merkel-geführten Großen Koalition nicht mehr vermittelbar, das sichere öffentliche Anlagevermögen Bahn von diesen Banken in zweifelhafte Wertpapiere umwandeln zu lassen. Der Preis für das jahrelange Fahren auf Verschleiß, um die Bilanz für die Börse aufzuhübschen, war hoch. Bahn für Alle deckte auf, dass der ICE-Achsbruch vom 8. Juli 2008 in Köln kein Einzelfall war, sondern die Radsatzwellen mehrerer Baureihen von ICE-Hochgeschwindigkeitszügen nicht dauerfest sind.

Nach 2008 gab es dennoch keinen Kurswechsel in der Geschäftspolitik der DB AG. Abbau und Kahlschalg bei der inländischen Schieneninfrastruktur auf der einen Seite, Prestigeprojekte ohne verkehrlichen Nutzen und teure Zukäufe bahnfremder Unternehmen weltweit auf der anderen. Im Sommer 2015 intervenierte Bahn für Alle, als der DB-Vorstand versuchte, in der parlamentarischen Sommerpause den Einstieg privater Anteilseigner in den Konzern zu ermöglichen statt bahnfremde Sparten zu verkaufen.

Bahn für Alle setzt sich für eine verbesserte Bahn in öffentlicher Hand ein und wendet sich gegen jede Bahnprivatisierung. Das Netzwerk arbeitet als Zusammenschluss von 20 Organisationen aus Globalisierungskritik, Umweltschutz, politischer Jugendarbeit, Gewerkschaften und Fahrgastverbänden.

Die folgenden Organisationen sind Mitglied von Bahn für Alle: Attac, Bahn von unten in der EVG, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Gemeingut in BürgerInnenhand, Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Grüne Jugend, GRÜNE LIGA, IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, Pro Bahn Berlin-Brandenburg, Pro Bahn Hessen, Robin Wood, Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, Umkehr e.V., VCD Brandenburg und Ver.di.

Diese Publikation wird ausschließlich aus Spenden von Bahn für Alle und vielen weiteren Spenderinnen und Spendern finanziert. Wir sind dringend auf zusätzliche Spenden angewiesen, um unsere Arbeit fortzusetzen. Wenn Sie den Abschnitt unten einsenden, bekommen Sie ab einer Spende von 10 Euro eine abzugsfähige Spendenquittung zugesandt. Oder Sie spenden direkt auf unser Konto: GRÜNE LIGA, IBAN: DE61 4306 0967 8025 6769 00 (GLS Bank, BIC: GENODEM1GLS); Betreff: »Bahn für Alle, Sonderzeitung«.

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Alternativer Geschäftsbericht der DB AG 2105

 

Bündnis Bahn für alle