Presseschau April 2010

02.04.

In der Drehtür zur Lobby: Der CDU-Politiker Georg “Schorsch” Brunnhuber aus Oberkochen im Ostalbkreis soll zur Bahn wechseln. Mediendienste vermelden es, Bahn und Brunnhuber dementieren noch. Aus “Gründen der Corporate Governance” gebe es Probleme mit einem sofortigen Wechsel. Doch die Personalie gilt als sicher. Der 62-Jährige soll “politischer Verbindungsmann” werden. Auch dies eine ehrliche Bezeichnung. Brunnhuber soll Kontakt schaffen zur Politik und diese zugunsten der Bahn beeinflussen.
http://fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=2498104&

07.04.

Bürgerbahn statt Börsenwahn - Oder: Man könnte mit der Bahn »ein Exempel statuieren«
Sabine Leidig in Sozialismus: Wenn Reisende auf den Bahnhöfen der Republik auf verspätete Ersatz-ICEs warten, wenn Weichenstörungen oder Oberleitungsschäden die Zugfahrt zum Abenteuer mit ungewissem Ausgang machen, wenn wir im ausgedünnten S-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt auf der Strecke bleiben – dann ist es nicht das Wetter, das unser Recht auf Mobilität vermasselt, sondern die Frostperiode des Neoliberalismus. Das Desaster der Bahn ist das Ergebnis einer Politik, die die Bahn auf Börsenkurs bringt: nicht am Allgemeinwohl orientiert, sondern als kapitalistischer Konzern aufgestellt, im Interesse potenzieller Investoren. Zu finden auch bei linksnet.de:
http://www.linksnet.de/de/artikel/25477

14.04.

German-Foreign-Policy: Sparen für die Expansion
Neue Expansionspläne der Deutschen Bahn stoßen in Großbritannien auf Protest. Wie es bei der britischen Eisenbahngewerkschaft RMT heißt, sei das Vorhaben des deutschen Konzerns, seine ICE-Züge durch den Kanaltunnel bis nach London fahren zu lassen, mit einer ernstzunehmenden Reduzierung der Sicherheitsbestimmungen verbunden.
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57781

Dossier der Zeit zum Thema S-Bahn Berlin: Die Entgleisung
Versagende Bremsen, nicht eingehaltene Fahrpläne, Unfälle mit Verletzten -- die Berliner S-Bahn ist kaputtgespart, um den Mutterkonzern Deutsche Bahn glänzen zu lassen. Ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn ein Verkehrsunternehmen für die Börse fit gemacht werden soll.
http://www.zeit.de/2010/16/DOS-Berliner-S-Bahn

16.04.

Verzettelte Aktionen: Europas Eisenbahner ohne Schlagkraft. Dass die europäischen Bahngewerkschaften noch meilenweit von einer Bündelung der Kräfte gegen die von der EU vorangetriebene Liberalisierung und Privatisierung des Eisenbahnsektors entfernt sind, hat der jüngste »Aktionstag« der Europäischen Transportarbeiterföderation (ETF) am vergangenen Dienstag gezeigt.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/169195.verzettelte-aktionen.html

19.04.

Kein S-21!
Presseberichte über den Widerstand gegen den Stuttgarter Bahnhofsneubau
Südwestpresse http://www.swp.de/goeppingen/lokales/stuttgart_und_region/art5592,447372
Bildzeitung http://dl.dropbox.com/u/5564170/Kunstaktion_Pf%C3%BCtze_BILD.pdf
Stuttgarter Nachrichten http://dl.dropbox.com/u/5564170/Kunstaktion_Pf%C3%BCtze_StN.pdf
Stuttgarter Zeitung: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2456430_0_4548_-geplanter-kahlsch lag-im-schlossgarten-der-widerstand-waechst.html
nochmals Bildzeitung http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2010/04/19/stuttgart21-ge plante-rodung-fuer-neuen-superbahnhof/tausende-gegener-wollen-sich-an-baeume -ketten.html

22.04.

Bahn schluckt Arriva
Wirbel um die Eisenbahngesellschaft Metronom in Uelzen: Der Mehrheitseigner der niedersächsischen Privatbahn – die britische Arriva – wird aller Voraussicht nach von der Deutschen Bahn übernommen.
http://www.abendblatt.de/region/article1468183/Bahn-schluckt-Arriva-Chefs-bei-Tochter-Metronom-gefeuert.html

Bode warnt vor Wettbewerbsverzerrungen
Der Niedersächsische Verkehrsminister Jörg Bode hat heute vor der geplanten Übernahme des britischen Verkehrsunternehmens Arriva durch die Deutsche Bahn AG gewarnt: „Werden diese Pläne so umgesetzt, schadet das dem Wettbewerb auf der Schiene in Niedersachsen. Über den Arriva-Einstieg hätte die Deutsche Bahn AG Einfluss auf das Eisenbahnverkehrsunternehmen metronom und damit auf den eigenen Konkurrenten."
http://www.mw.niedersachsen.de/index.php?navigation_id=5459&article_id=32989&_psmand=18

Auf den Tod der Opfer setzen
Zur Sicherung von Ansprüchen gegen die Bundesrepublik Deutschland werden Einnahmen der Deutschen Bahn AG in Italien gepfändet. Opfer deutscher Besatzungsverbrechen verlangen die Restitution der ihnen und ihren Familien zugefügten Schäden in Höhe von mindestens 51 Millionen Euro. Berlin verweigert jegliche Zahlung. Deswegen müsse die DB AG "seit März 2009 auf alle Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf für Zugstrecken von Italien nach Deutschland verzichten", heißt es in bestätigten Presseberichten. Eigentümerin der DB AG ist der deutsche Staat. Gegen die DB AG wollen auch Überlebende deutscher Kriegs- und Menschheitsverbrechen in anderen Staaten vorgehen. Sie fordern eine "humanitäre Geste" für Einnahmen aus der Mordbeihilfe des DB-Vorgängers "Deutsche Reichsbahn" in Höhe von mindestens 455 Millionen Euro. Die DB beantwortet die Appelle der Opfer nicht. Die Konflikte sind Folge der jahrzehntelangen deutschen Taktik, Reparationen für Milliardenschäden in den ehemals okkupierten Staaten durch Zeitablauf zu erledigen. Dass sich die Opfer jetzt an die DB AG halten, liegt an dem unübersehbaren Expansionskurs des Unternehmens, das zu einem der weltweit größten Logistiker aufgestiegen ist. Für eine neue Akquisition in Großbritannien hält die DB AG 2,7 Milliarden Euro bereit - den letzten Überlebenden ihres "Reichsbahn"-Vorgängers erstattet sie nichts.
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57791

Stuttgart 21:

FR: "Stuttgart 21" droht Fehlstart - Der kastrierte Bahnhof
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2568178_Macht-nix.html

"Nebensache Bahnhof, Hauptsache Demokratie" Gastkommentar von Boris Palmer in der Stuttgarter Zeitung
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2460579_0_9223_--nebensache-bahnhof-hauptsache-demokratie-gastkommentar-von-boris-palmer.html?_skip=1

Interview in der TAZ: Kläger gegen Stuttgart 21 - "Gelinde gesagt eine Sauerei" Das Bahnprojekt "Stuttgart 21" stockt, weil Architekt Peter Dübbers die Bahn wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt. Die will den Bahnhof seines Großvater zum Teil abreißen.
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/stuttgart-21-vor-gericht/

23.04.

Übernahme des Arriva-Konzerns: Einkaufen für Europa
Noch vor einigen Monate hatte sich Bahnchef Rüdiger Grube vor allem eins vorgenommen: die Konsolidierung des Konzerns. Nun bietet die Bahn 2,8 Milliarden Euro für die britische Arriva.
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E08A3503CE0AB4EC49B69FB75AA9F5E04~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html

24.04.

Protest gegen Stuttgart 21 geht weiter
Protestveranstaltung gegen Stuttgart 21 im Mittleren Schlossgarten. Tausende nahmen am Sa. 24.April teil, Presse und Bilder unter:
http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2466308_0_9223_-protest-gegen-stuttga rt21-die-pershings-haben-wir-auch-weggekriegt-.html
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.8000-teilnehmer-grossdemo-gegen-stuttgart-21.e1ad085c-74c3-4dde-8549-4a93d326a5b1.html
http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6297464/1xw7si4/index.html
http://www.jungewelt.de/2010/04-24/025.php
http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2010/04/24/kettensaegen-demo/gegen-stuttgart-21.html

26.04.

Korruptionsskandal bei Bahntochter DB International GmbH: Millionen flossen ins Ausland, die Staatsanwaltschaft hat bereits mehrere Mitarbeiter im Visier.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/434/509564/text/print.html

27.04.

Fernbusse sollen der Bahn Konkurrenz machen
Was von und nach Berlin seit Jahren üblich ist, soll künftig überall möglich sein: Linienbus-Verbindungen. Busse dürften dann der Bahn und dem privaten Auto Konkurrenz machen. Busse gelten bis zu einer Entfernung von 400 Kilometer als konkurrenzfähig. Die Bahn wehrt sich und schickt selbst Busse los.
http://www.welt.de/wirtschaft/article7362079/Fernbusse-sollen-der-Bahn-Konkurrenz-machen.html




Bündnis Bahn für alle