Der Kompetenz eine Chance! Lasst endlich uns S-Bahner ran!

Seit Monaten redet alle Welt vom Berliner S-Bahn-Chaos. Für uns Beschäftigte der S-Bahn Berlin GmbH bedeuten die Organisationsänderungen der letzten sechs Jahre eine nie da gewesene Chaotisierung unserer Berliner S-Bahn.

Wir S-Bahner sind neben den Fahrgästen die Hauptleidtragenden. In vier Jahren sind mehr als 800 Stellen verschwunden. Jetzt machen Vorschläge für eine endgültige Zerschlagung der S-Bahn durch die Vergabe von Teilen des Netzes an profitorientierte private Konzerne die Runde. Viele von uns befürchten, dass sie bei einer Herauslösung aus dem DB-Konzern zuerst alle tariflichen Sicherungen und danach ihre Arbeitsplätze verlieren und in Hartz IV landen. Wir wollen aber nicht vom Regen in die Traufe geraten und uns statt Cholera die Pest einhandeln. Eine Besserung der Zustände im Berliner S-Bahn-Verkehr kommt nicht von renditehungrigen Konzernzentralen in Sydney, Paris oder Hamburg. Wir S-Bahner, Arbeiter, Angestellte, Techniker und Ingenieure wissen selbst, wie man eine sichere und zuverlässige S-Bahn betreibt. Wir sind die Fachkräfte aus den eigenen Werkstätten und Betriebsteilen mit dem notwendigen Know-How. Sie lassen es uns nur nicht machen.

Wir fordern den Berliner Senat und die ihn tragenden Arbeiterparteien SPD und DIE LINKE auf, sich gemeinsam mit den S-Bahnern für einen ganzheitlichen öffentlichen Betrieb aus einer S-Bahn-Hand einzusetzen. Beide Parteien lehnen zu Recht im Bund die Bahnprivatisierung und Zerschlagung ab. Dies muss auch für Berlin und die S-Bahn gelten!

  • Sorgen Sie dafür, dass die Kompetenz der S-Bahner endlich zum Zuge kommt und nehmen Sie von den Ausschreibungsplänen im Berliner Nahverkehr endgültig Abstand. Keine Herauslösung der S-Bahn Berlin GmbH aus dem DB-Konzern! Keine Kumpanei mit privaten Konzernen, die sich im ÖPNV nur eine goldene Nase verdienen wollen!
  • Der Eigentümer Bund muss endlich dem DB- und S-Bahn-Management auf die Finger schauen! Endgültiger Verzicht auf den Börsengang und Renditevorgaben! Kein betriebsfremder Abfluss von Steuergeldern! Ausrichtung an den Bedürfnissen der Fahrgäste und der Daseinsvorsorge!
  • Die DB AG muss den Auftrag zur "Optimierung" der Berliner S-Bahn zurücknehmen. Rücknahme der Ausgliederungen und des Kahlschlags bei den Arbeitsplätzen und Betriebsstrukturen!
  • Die Produktionsplanung muss wieder auf den Stand des Jahres 2004 gesetzt werden. Nur mit planbarer Instandhaltung und ausreichender Fahrzeugreserve ist ein verlässlicher Fahrzeugpark gegeben. Wir brauchen eine belastbare Personalplanung, Neueinstellungen von Fachpersonal und sofortige Verhandlungen mit der Industrie über neue Fahrzeuge ab 2017.
  • Die DB AG muss ihren Auftrag zum Abzug der S-Bahn-Aufsichten von den Bahnsteigen zurücknehmen. Nur so kann das Vordringen einer Sozial- und Sicherheitswüste im Berliner Nahverkehr verhindert werden, wie sie schon von der BVG mit den besetzungsfreien Bahnhöfen herbeigeführt wurde.
  • Eine einheitliche und integrierte S-Bahn in öffentlicher Hand als verlässliche Partnerin im ÖPNV -- mit eigenem Fahrbetrieb, eigenen Fahrdienstleitern und Werkstätten ohne sicherheitsgefährdenden Kostendruck, mit eigenem Marketingbereich und personenbedientem Verkauf, Berufsbildungsstätte, Kantinenwesen, Bewachung, Reinigung, DV-Abteilung und Personalwesen. (11.01.2010)

Die Berliner S-Bahner - Für eine unabhängige gewerkschaftliche Interessenvertretung Basisinitiative in TRANSNET -- www.bahnvonunten.de

 


Bündnis Bahn für alle