Pressemitteilung
Bündnis "Bahn für Alle"
Berlin, 21.6.2011

Alternativer Geschäftsbericht Deutsche Bahn 2010 veröffentlicht

„Stuttgarter Stresstest ist Weichenstellung für die Bahnpolitik“

Aus Anlass des Stresstestes für das Milliardenprojekt Stuttgart 21, der am 14. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, gibt das Bündnis „Bahn für Alle“ gemeinsam mit den Verkehrspolitiker/innen Anton Hofreiter, Die Grünen, und Sabine Leidig, Die Linke, den Alternativen Geschäftsbericht der Deutschen Bahn für das Geschäftsjahr 2010 heraus. „Der Stresstest in Stuttgart ist eine Weichenstellung für zukünftige Bahnpolitik“, sagt Monika Lege, Robin Wood-Verkehrsreferentin, für das Bündnis „Bahn für Alle“. „Wir brauchen einen Kurswechsel. Milliarden für die Schiene dürfen nicht für einen Prestigebau ohne verkehrlichen Nutzen verpulvert werden.“

Den größten vorhersehbaren Schaden von S 21 sieht „Bahn für Alle“ darin, dass der Tiefbahnhof einen integralen Taktfahrplan für immer verhindern würde. Statt nach der optimalen Verknüpfung der Züge im Nah- und Fernverkehr richtet sich der im Stresstest benutzte Fahrplan danach, wann gerade ein Gleis frei ist, um als Ziel eine möglichst hohe Zahl von Zügen durch den Bahnhof zu schleusen. „Dass Züge nur Sinn machen, wenn sie auch von Fahrgästen benutzt werden können, ignoriert die Bahn im Stresstest“, sagt Monika Lege.

Der 64 Seiten starke Alternative Geschäftsbericht fragt dagegen, welchen Nutzen die Bahn im letzten Jahr für die Mobilität bundesweit, im Personen- und Güterverkehr gebracht hat. Diese Bilanz sieht nicht gut aus. Den hoch subventionierten Nahverkehr nutzt die DB zur Querfinanzierung anderer Unternehmensaktivitäten. „Obwohl der Nahverkehr nur ein Fünftel der Umsätze der DB AG ausmacht, werden damit ein Drittel der so genannten Gewinne gemacht“, streicht Bernhard Knierim vom Bündnis Bahn für Alle heraus. Diese werden an die Holding abgeführt. Umgekehrt ist die Relation im internationalen Logistik-Geschäft: Hier werden bei 41 Prozent der Umsätze gerade mal vierzehn Prozent des ausgewiesenen Gewinns realisiert. „Die DB hat sich den 2,7 Milliarden Euro schweren Aufkauf von Arriva im letzten Jahr mit Steuermitteln abfedern lassen“, kritisiert Knierim.

Der „Deutsche Bahn – Alternativer Geschäftsbericht 2010“ zeigt auf, wie das Kerngeschäft kaputt gespart wird und skizziert einen Fahrplan für eine bürgernahe bessere Bahn. Er ist als Lunapark21-Sonderheft im Bahnhofsbuchhandel sowie unter

http://www.robinwood.de/shop/kategorie/infomaterial

für vier Euro erhältlich. Redaktionen können den Alternativen Geschäftsbericht gratis in der ROBIN WOOD-Pressestelle anfordern (verkehr@robinwood.de).

 

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